16. August 2015

Star Trek: Neue Grenze 3

So, eine kurze mythenmetzsche Abschweifung, um die Spannung auf das große Finale der Tragödie noch zu vergrößern:
Brummlibrummlibrummli... nah. Das gabs ja schon. Darum jetzt etwas über den dritten Teil von ST: Neue Grenze, Märtyrer (es gibt da sonen tollen Witz mit Jesus und nem VW-Bus...)

Die Haupthandlung um den Bürgerkrieg auf Zondar, von dem niemand mehr weiß, wer ihn eigentlich warum angefangen hat, und Capt. Calhoun als der Messias beider Konfliktparteien, beginnt recht ruhig, nach ausführlicher Diskussion mit Shelby spielt er mit und will die Gelegenheit nutzen, langfristigen Frieden zu stiften, wie es in einer Prophezeiung voraus gesagt wird und das gelingt zu Beginn mit der aus den ersten beiden Büchern bekannten „Diplomatie verquerer Mittel“ noch recht gut, Si Cwan als Sonderbotschafter leistet auf die ein oder andere Weise seinen Teil und präsentiert sich dabei recht gut.
Allerdings entgleitet die Kontrolle ein wenig, und zwar nicht nur Calhoun, sondern auch dem Autor; der weitere Verlauf und der Abschluss sind ein wenig zu vorhersehbar, als dass es echte Überraschungen, bis auf die Verteidigung des Verstecks, (die auch nicht wirklich weiter erläutert wird) gäbe.
Amüsieren kann man sich allerdings bei der Jagd auf das Versteck durch Burgoyne 172 und Ensign Janos, einem Mugato (affenähnlich, allerdings mit Horn und Giftzähnen, yay).

Der zweite größere Handlungsstrang befasst sich mit Dr. Selar, die mit ihrem Pon Farr (vulkanischer Paarungstrieb) zu kämpfen hat, da sich auf dem Schiff kein anderer Vulkanier befindet und der Kreis der Personen, die sich Selar als potentiellen Partner vorstellen könnte, schwindend klein ist und der werbende Burgoyne 172 sich nicht als große Hilfe erweist.
Diese Nebenhandlung ist vergleichsweise amüsant, auch wenn das Thema eigentlich ernst ist, da man eine Vulkanierin, getrieben von logischem Denken, bei der Partnerwahl und den daraus resultierenden Konflikten beobachten kann. 

Ansonsten gibt es noch ein paar Kleinigkeiten wie Schiffsfehlfunktionen, die zwar näher besprochen, aber nicht wirklich aufgelöst werden (vllt. hab ich das auch überlesen?), die Position (das ist witzig) Robin Leflers als Si Cwans persönliche Assistentin (oder vielleicht mehr? [darum ist es witzig]) und, sehr amüsant, direkt am Anfang des Buches, eine Diskussion mit dem allseits beliebten Admiral Jellico. Alles nett, aber nicht weltbewegend.

Fazit: 
Märtyrer lässt im Vergleich zum zugegebenermaßen sehr starken Auftakt nach, liefert eine Geschichte, die ohne weiteres aus Deep Space Nine kommen könnte und nicht durch  Originalität der Geschichte zu überzeugen weiß, sondern eher durch die Nebenhandlungen, darum gebe ich 6 von 10.

10. August 2015

Deutschland: Was geht bei dir? - Der Tragödie zweiter Teil

Na, Blutdruck schon kritisch, die Galle am überquellen? Es geht weiter mit dem retardierenden Moment:
Die Flüchtlingsproblematik in der BRD. Ja, da wird eine Menge Wirbel drum gemacht, da gibt es viele Meinungen zu. Aber... Ja, das Wörtchen „aber“ wird da auch ganz oft benutzt, sehr gerne in Sätzen wie „ich bin dafür, Asylbewerber aufzunehmen, aber...“ oder „ich habe nichts gegen Ausländer, aber...“. So ein Bullshit. Entweder ist man dafür oder dagegen, es gibt kein dazwischen, bzw. dazwischen liegt nur Scheinheiligkeit und hirnlose Laberei, um die eigene Schlechtigkeit zu verschleiern.

Aber der Reihe nach. Die Politik muss handeln. Das schon mal schlecht. Mit der tollen Regierung. Aber Flüchtlinge sind ja was Neues, gab es früher nicht. Oder so ähnlich.
Dabei wäre es enorm einfach:
1. Sinnlose Ausgaben streichen, wie z.B. viele Subventionen (gerade an große Unternehmen), der schlimmste Teil der Krise ist vorbei (vorübergehend) und wer Keynes gelesen und verstanden hat weiß, dass man unterstützende Maßnahmen in wirtschaftlich besseren Zeiten stoppen sollte. Zumal große Unternehmen es schaffen sollten, Wettbewerbsfähigkeit an den Tag zu legen.
2. Sinnlosere Ausgaben streichen, wie z.B. bei der Bundeswehr (wie sie aktuell besteht, sowieso nicht tragbar, aber das ist ein anderes Thema). Da sag ich nur Drohnen und Kampfhubschrauber.
3. Helfen. Ja, das sagt sich so leicht. Aber wenn man es ernsthaft angeht, ist das absolut möglich. Das oben eingesparte Geld lässt sich dann an die Bundesländer zweckgebunden verteilen, die dann lokal besser für den Einsatz der Mittel sorgen können. Beispielsweise für Unterbringung und damit meine ich nicht Sporthallen, Zeltstädte und ähnliche Provisorien. Ich meine dauerhafte Lösungen, bis die Asylbewerbungen genehmigt sind: Bauen von Wohnheimen und bis die fertig sind, Unterbringung in Hotels etc. Klingt blöd oder unrealistisch? Weder das eine, noch das andere. Punkt.
Zu teuer? Die Drohnenanschaffung kostet den Bund ca. 168 Millionen Euro. Damit kann man 4600 Menschen ein Jahr lang in einem Hotel für 100 Euro pro Nacht unterbringen. Wer es nicht glaubt, nimmt jetzt seinen Taschenrechner und gibt ein: 100*365*4600. Heraus kommt 167,9 Millionen. Tada.
Und jetzt nehmen wir mal an, dass man durchaus günstigere Konditionen bei so einer Menge aushandeln kann und dass sich durchaus mehr Geld zusammenkratzen ließe, wenn man an den richtigen Stellen sparte und private, gemeinnützige Organisationen hinzu zöge... Aber was weiß ich schon.
Stattdessen wird lieber über die Definition von "sicheres Herkunftsland" gefachsimpelt. Es lebe die Bürokratie, Heilsbringerin der Menschheit...

Jetzt zum Gesellschaftlich-Moralischem:
Es gibt eine Menge Leute, die gegen die Aufnahme von Flüchtlingen sind. Denen erstmal ein herzliches „Fuck you hard“ ins Gesicht. Mit nem Stuhl. Der brennt. Und angespitzte Beine hat.
Aber der Reihe nach, es sind ja nicht alle militante Möchtegern-SS-Nachfolger (die hatten wenigstens schicke Uniformen), wie diese Vollschwachmaten, die gewalttätig versuchen, ihre Ziele durchzusetzen, allein dieses Jahr gab es etwa 200 gewaltsame Übergriffe gegen Asylunterkünfte. So viel im Vorjahr zusammen.
Des weiteren rufen vielerorts seriöse politische Vereinigungen zu Demonstrationen, Kundgebungen und sogar Fackelzügen auf, dabei zeigen sie immer wieder ihre unbestechliche Eloquenz, politische Bildung, soziale Kompetenz und grandiose Vermarktungsfähigkeiten, wie zum Beispiel die NPD Trier in diesem fulminant beschissenen Protestaufruf, nach dessen Genuss man sich fragt, wie sie es geschafft haben, nicht vor Intelligenzüberschuss tot umzufallen: https://www.youtube.com/watch?v=vqAcIkjyT8M
Leider gibt es erfolgreichere Aktionen dieser Art, weil in diesem Land keiner mehr das Hirn einschaltet.  

Dann gibt es tatsächlich immer wieder Gegner, die sachlich zu argumentieren versuchen.
Zum einen die „besorgten Anwohner“, die gemäß des „Not in my backyard“-Prinzips prinzipiell für die Aufnahme und Unterbringung von Flüchtlingen sind, nur halt nicht in ihrer Nähe, weil dadurch ja der Grundstückswert sinkt (buhu, ich bin so arm, ich habe ein Grundstück) oder kriminelle Ausländerbanden, die die Nachbarschaft unsicher machen. Ja ne, ist klar, sollen die doch froh sein, dass überhaupt ein Flüchtlingsheim gebaut wird und der Staat nicht sagt: So Freunde, ab jetzt nimmt aber mal jeder Haushalt, der genug Platz hat, Flüchtlinge auf und ernährt sie, dadurch verschandelt euch keine Unterkunft das Viertel. Könnte die Regierung sagen. Tut sie aber nicht. Freut euch gefälligst, scheinheiliges Pack.

Auf der anderen Seite sind dann noch die, die argumentieren, für die faulen Ausländer sei ja Geld da, aber die eigene Bevölkerung müsse auf der Straße leben, die Auszubildenden sind zu arm, etc.
Also erstmal zur Klarstellung: Auf der Straße leben muss kein deutscher Staatsbürger. Er muss nur den Arsch hoch kriegen, ein wenig Eigeninitiative zeigen und zum Amt gehen, ein paar bürokratische Hürden nehmen und fertig ist (ich könnte jetzt das genaue Verfahren mit den hintergründigen Gesetzestexten ausführlich ausbreiten, aber ganz im Ernst, das würde den Rahmen sprengen und selbst den intelligenteren Lesern den letzten Nerv rauben, geht selbst zur Sozialagentur eures Vertrauens) und Auszubildende können durchaus so etwas wie Bafög beantragen. Aber das ist ja auch Eigeninitiative, nen Antrag schreiben, igitt, man muss was dafür tun, damit man Geld bekommt (und schreiben können)...

Dann: Was heißt hier faule Ausländer, viele wollen ja arbeiten, dürfen es aber nicht, weil das Gesetz es verbietet, da beißt sich die Schlange in den Schwanz. Das ist übrigens auch ein Unding, wenn die hier hin kommen und arbeiten wollen, dann lasst sie das verdammt noch mal tun, dann kann genau so eine beknackte Argumentation gar nicht entstehen. Wobei, ne, dann kommen diese Idioten und sagen: „Die nehmen den Deutschen die Arbeitsplätze weg“. Ist klar, in einer globalisierten Welt wie unserer ist das verdammt noch mal so, und wenn der Ausländer besser geeignet für den verdammten Job ist, dann soll der den auch bekommen. Das nennt sich Gleichheitsprinzip. Aber das versteht ja doch keiner.

Das schönste Argument ist dann auch noch das der Wirtschaftsflüchtlinge: „Die kommen ja nur hierher, weil sie zu Hause nix erreichen und hier staatliche Leistungen abgreifen können.“ Das geht in eine ähnliche Richtung wie oben, unterstellt aber noch vorsätzlichen Betrug. Da muss man sagen: Ja, Missbrauch gibt es, aber Deutsche machen es genauso, da sind alle Menschen gleich scheiße. Ja, auch Deutsche können beschissene Asoziale sein. Ohnein, welch Überraschung, mein Weltbild wankt... 
Aber mal Klartext: Wer würde nicht versuchen, wenn er aus einem armen Land ohne ernstzunehmende Perspektive kommt, Asyl in einem reicheren Land zu erhalten, in dem der Staat Geld bezahlt und es potentiell bessere Jobs gibt, um seine Familie zu ernähren? Klar, kein echter Deutsche, der würde lieber strammstehend für Führer, Volk und Vaterland zu Grunde gehen. Tut er geistig sowieso, weiß er nur nicht. 


Zu ruhig? Zu wenig rage? Ist ein retardierendes Moment. Tjaja.

4. August 2015

Deutschland: Was geht bei dir? - Der Tragödie erster Teil

Kaum ist man mal einen Monat so richtig im Schreibtief, schon passiert in diesem Unternehmen... diesem demokratischen Staat... oha, das kann man ohne zynisches Schnauben gar nicht mehr sagen, so viel, über das man sich aufregen kann. Wo soll man da nur anfangen...

Ich beginne mit Ronald Pofalla. Den kennen sicher einige noch, der war bis Ende 2013 Merkels Bückstück im Kanzleramt, als sogenannter Bundesminister für besondere Aufgaben (so nen ähnlichen Titel hatte der dicke Göring auch mal, just saying), der, der die NSA-Affäre für beendet erklärt hat -  also eine Witzfigur, die für unsere geliebte Kaiserin... Kanzlerin getanzt hat.
Der ist nach dem Ende seiner politischen Karriere ziemlich schnell zur Deutschen Bahn gewechselt (das sind die mit der Verspätung) und arbeitet seit dem dort als Lobbyist - bezeichnend, dass eine teilstaatliche Firma Lobbyisten „braucht“.
Das ist ja erstmal nichts neues, dass ausrangierte (das ist witzig, weil es um die Bahn geht) Politiker in gut bezahlte Unternehmenspositionen wechseln und auch recht schnell aufsteigen, so wie Pofalla, der seit vorgestern im Vorstand sitzt (und einen eigentlich besetzten Posten ein nimmt, wodurch ein Vorstandsmitglied zwei Jahre volle Bezahlung für nichts tun erhält); allerdings wird er jetzt auch noch von Oberschaffner Grube als aussichtsreichster Kandidat für seine Nachfolge gehandelt. Damit hat die Politik ja nix zu tun, der kommt nur so weit, weil er eine Kompetenzbestie ist.

So. Das war zum Aufwärmen, Adrenalinpegel und Blutdruck steigen langsam, der Magen zeigt erste Rebellionserscheinungen.

Thema Nr. 2 bringt einen da schon zum ersten Aufstoßen und an den Kopf fassen:
Der Ministerpräsident von Schleswig-Holstein, Torsten Albig (SPD), äußerte in einem Interview, die SPD solle doch auf einen Kanzlerkandidaten bei der Wahl im Jahre 2017 verzichten, gegen Angela Merkel hätte man ja doch keine Chance, die würde ja ihren Job „ganz ausgezeichnet“ machen. 
Wer jetzt denkt, ich hätte mir das ausgedacht oder irgendwas durcheinander gewürfelt - nein, tatsächlich so passiert, hier der Link: https://goo.gl/4i99fK.
Wer hat dem ins Gehirn geschissen? Die Frau macht gar nix „ganz ausgezeichnet“, außer Plattitüden und leere Sätze von sich zu geben, ab und zu mal eine klare Ansage machen, wo es sich gar nicht vermeiden lässt, also wenn Weihnachten, Ostern, Sommersonnenwende und Vollmond am selben Tag sind. Den Rest ihrer Zeit verbringt sie damit, dieses Land in den Ruin zu steuern, getrieben von Lobbyisten und Egoismus, auch wenn man dafür das Programm des ehemaligen Erzfeindes SPD (von der Herr Albig witziger Weise noch denkt, dass sie Volkspartei sei - im Ernst, seine Drogen will ich auch)übernimmt, den Wortlaut ein wenig konservativer gestaltet und es als toll und neu verkauft, ohne dass es selbst die SPD merkt und hintenrum das genaue Gegenteil macht, das eigene Land über den Tisch ziehen will (NSA, TTIP etc.)?
Wie kann man das als „ganz ausgezeichnet“ hinstellen? Und wie kann man daraus ableiten, dass die SPD keinen Kanzlerkandidaten aufstellen sollte? Das ist ein Eingeständnis der Niederlage, bevor die Wahl überhaupt in den Köpfen der Menschen ist, ja das ist sogar eine Niederlage der Demokratie, denn mit dieser Haltung wird eine Alternativlosigkeit zum Status Quo suggeriert und eine potentielle Wahlmöglichkeit der Bürger aufs Abstellgleis gestellt (um bei den witzigen Bahnmetaphern zu bleiben)! Wie soll der Wähler denn noch ernsthaft in der Wahlkabine sein Kreuz machen, wenn er sich denn dorthin verirrt, wenn nur Mutti omnipräsent ist und sonst kein ernsthafter, bekannter Gegner? Da ist doch die absolute Mehrheit für die Union vorprogrammiert.

So, und da sind wir direkt bei Thema 3:
Nach aktuellen Umfragen könnte das sogar gelingen (auch wenn ich bezweifle, dass solche Umfragen repräsentativ und sinnvoll sind). Da kann man direkt mal in mehrere Wunden heißes Salz streuen:

I) Wie bescheuert sind denn die Befragten? Wer kann allen Ernstes annehmen, dass das in irgendeiner Form gut ist? Welcher denkende Mensch denkt nach den letzten Legislaturperioden, dass die CDU gut für diesen Staat ist, außer Unternehmer, die der Regierung die Gesetzestexte einreichen?

II) Es deucht, dass das gezielte Manipulation der Wähler ist. Verschwörungstheorie? Vielleicht. Aber es ist bezeichnend, dass solche Umfragen für die öffentlich-rechtlichen Sender ARD und ZDF gemacht werden, in deren Entscheidungsgremien eine Menge Politiker sitzen und eine Menge Einfluss haben. Aber staatliche Beeinflussung der Medien gibt‘s ja nicht. Eine Zensur findet nicht statt (dazu später noch mehr).

III) Wer kann danach noch tatsächlich auf die Idee kommen, CDU zu wählen? Allein der Gedanke, einer einzigen Partei die vollkommene Kontrolle über das Parlament zu geben und den Staat damit ihrer Willkür auszusetzen, muss ansatzweise denkfähige Menschen vor den Kopf stoßen oder zumindest aufhorchen lassen. Aber das ist ja hierzulande eine aussterbende Rasse, den meisten kommt es ja nur darauf an, dass da Frau Merkel auf dem Thron sitzt, die macht das ja „ganz ausgezeichnet“. Warum wählen wir eigentlich noch und gründen nicht das Deutsche Kaiserreich wieder. War sowieso viel toller damals. Man wusste genau, wer nach 20 Jahren oder mehr als Thronfolger die Macht erbt und wen man anbeten kann, das deutsche Volk hat ja zur Genüge bewiesen, dass es sowas braucht (dazu auch noch mehr). 

So, der Dramatik und der Gesundheit des geneigten Lesers wegen endet hier der erste Teil. Der Zweite folgt in Kürze.

Wer Rechtschreib-, Grammatik- und/oder Zeichenfehler findet, darf sie behalten, sich sonst wohin stecken und selber versuchen, im totalen Ragemode einen solch fundierten und professionellen Eintrag zu verfassen. Ignorantes Pack.