8. Mai 2015

Star Trek: Neue Grenze 2

So, Star Trek: New Frontier: Zweifrontenkrieg ist der zweite Band aus Peter Davids gefeierter Buchreihe. Den ersten Teil hab ich ja schon in höchsten Tönen gelobt und ich muss sagen, er setzt es weiter auf hohem Niveau fort.

Der Handlungsstrang der Siedler von Thallon erscheint zuerst als einfache Standardmission, ein Planet bietet Unterkunft an, entwickelt sich aber schnell zu einem Geiseldrama und einem Konflikt auf innen- und außenpolitischer Ebene.
Dabei wird mit harten Bandagen auf eine unkonventionelle Diplomatie gesetzt und das ganze ohne kitschige Klischees bis zum Ende durch gezogen, wobei es erneut zu Reibereien zwischen Cmd. Shelby und Capt. Calhoun kommt, deren Dynamik immer mehr zu der eines alten Ehepaars wird, mit sowohl lustigen, als auch sehr ernsten und nachdenklichen Momenten.
Der zweite große Handlungsstrang um Si Cwan und Lt. Kebron entwickelte sich in meinen Augen zum deutlich besseren, auch wenn die Flüchtlingsgeschichte in keiner Weise schlecht ist, nur nicht ganz so unfassbar innovativ.
Der Thallonianer und der Brikar gelangen in die Hände von Söldnern und wandern in eine Zelle der neuen thallonianischen Regierung, in der die beiden sich amüsanter Weise enorm gut schlagen, gerade Zak Kebron zeigt hier, dass er entgegen seinem Auftreten durchaus Hirn im Schädel hat, indem er die Zelle kurzerhand zur neuen Botschaft der Föderation auf Thallon erklärt, demnach auch deren Hoheitsgebiet und den Sonderbotschafter verteidigt, bis die Excalibur eintrifft.
Höchst kurzweilig, unkonventionell, aber trotzdem sehr passend.

Darum herum gibt es einige kleine Nebenstories, die besonders die Charakterentwicklung vorantreiben, so erfährt man beispielsweise mehr über Dr. Selars Privatleben, Soletas Vergangenheit und Burgoynes Avancen ihr gegenüber. Dabei wird alles sehr homogen in die restliche Geschichte eingewoben, sodass niemals der Eindruck von überflüssigen Randnotizen entsteht, sondern, um bei der Metapher zu bleiben, ein Teppich mit perfektem Muster.


Fazit:
Auch Teil 2 weiß von vorn bis hinten zu überzeugen, ich bleibe bei den 10 von 10 Punkten, auch wenn der Rettungsmission-Handlungsstrang etwas hinter dem Sonderbotschaft-Teil zurück bleibt, die Gesamtstory bleibt auf dem hohen Niveau des ersten Teils.

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