19. Juni 2014

Rock am Ring

Einer der Gründe, warum das so lange gedauert hat: Rock am Ring.
Das letzte mal am Nürburgring, das hatte was historisches...
Nunja, ab nächstes Jahr dann in Mönchengladbach. Hat sicher auch was, das Militärgelände...
Aber zum wichtigen: Es war einfach nur super.
Allein für die Headliner Metallica, Iron Maiden und Linkin Park hat es sich gelohnt und der Rest war auch nicht von schlechten Eltern. 
Mittwoch: 
Ankunft, Zeltaufbau, erste Bierchen, das übliche also. Nachts leichter Sturm und Regen aber egal.
Donnerstag: 
Morgens in der Sauna... ähm im Zelt, dann ab zu den andern, Flunken, Bongen und in anderer Form Flüssigkeit zu sich nehmen. Erster Tag mit Konzerten, allerdings nur auf der Center Stage.
Falling in Reverse eröffnen, waren ganz nett, aber als Opener... Mhh, nicht so.
Pennywise gabs direkt auf die Fresse, das war schon besser.
Als drittes, The Offspring, war das gut, hat richtig Spaß gemacht, gute Mischung aus den Klassiker wie „Why you dont get a job?“ und dem neueren Kram.
Und dann das Highlight des Tages, Iron Maiden. Die Alten Leute haben es echt immer noch drauf (wie sollte es anders sein, Frontmann ist Fechter, sind halt bessere Menschen...), selten so eine intensive Show gesehen, Bruce ging die ganze Zeit richtig mit, kombiniert mit dem riesigen Eddy im Hintergrund, da hat einfach alles gepasst.
Dann eine Stunde warten auf den Special Guest, zu dem es viele Gerüchte gab, lustiger Weise war, bei den Leuten, mit denen wir gesprochen haben, David Hasselhof ganz oben mit dabei. Das wäre zwar vom Niveau echt scheiße gewesen, vom Trash und Spaßfaktor sicherlich aber ganz oben. Manche wagten auch, AC/DC zu nennen oder die Toten Hosen.
Und was kam dann? Der weiße Vorhang wurde von hinten angeleuchtet, man sah mehrere Mikrophone und Schemen von Mensch mit Gitarre und durch die Lautsprecher schallte der Beginn von Thunderstuck. Ne. Nein. Das geht nicht. Nein... Blickwechsel... Ja, es ist Thunderstuck. Aber... Das kann nicht... Wie geil wäre das... Der Vorhang viel... Und Ernüchterung: Cro... der einzige zum Glück nicht geschützte Panda... Und dafür hat man gewartet... Ey, sorry... das ging gar nicht. Dachten sich auch viele Leute und hauten ab.
Dummer Penner, ey, als son Möchtegern AC/DC zu misshandeln... Ab in den Wald mit dir...

Naja. Egal. 

Freitag: 
Richtig warm. Tag wurde mit diversen Runden Looping Louie gestartet. Wahrscheinlich ein Fehler: Noch vor betreten des Geländes hatten wir Verluste zu verzeichnen. Einer war einfach weg. Hatte ich halt keinen für das ganze härtere Gedöns auf der Clubstage und mein, aber egal, erweiterte ich also meinen musikalischen Horizont.
Jake Bugg konnte was, war ganz entspannt.
Rea Garvey hat mich wirklich überrascht, selbst I can‘t stand the silence klang live ohne den ganzen elektronischen Dudelbeat gut, Daumen nach hoch dafür.
Kasabian kannte ich wohl, hatte ich aber unter Radio gespeichert, waren dann aber wirklich gut, man konnte sogar pogen.
Mando Diao dagegen waren echt enttäuschend, und der Fuzzi, der neben dem mit Haaren im Gesicht immer vorne steht, ist einem echt auf die Eier gegangen, der muss wohl mal in Therapie, seinen Gottkomplex behandeln lassen... Wer Hermes-Schuhe trägt und seine Roadies wie Dreck behandelt... Nimm deine Pillen oder bleib von der Bühne weg.
Kings of Leon dagegen haben wirklich Spaß gehabt, hatte ich nie wirklich beachtet, immer mal reingehört, aber nie bewusst. Schwerer Fehler meinerseits, die Show war echt klasse, das Publikum war voll dabei und die Musik hat mich jetzt auch überzeugt.
Eigentlich wollte ich mir noch NIN angucken, aber alleine, ne... Stattdessen ging es noch zu einer kleinen Gesprächsrunde mit Bierchen.

Samstag:
Beginn mit Josh Record, ganz coole Band, aber die sollten weniger singen, dann wäre das entspannter Postrock.
Dann auf zur Centerstage, um möglichst weit vorne zu sein, aber schon zu spät, Bereich 1 dicht. Egal. Pretty Reckless konnten das nur zu gut wett machen.
Kaiser Chiefs haben dann auch ordentlich Spaß gemacht, die Band war voll dabei.
Alligatoah... Also... Fand ich eher primitiv und peinlich... Inzwischen muss ich allerdings sagen, dass das gar nicht mal so schlecht ist. So kann man sich irren...
Fall out Boy haben dann noch mal eingeheizt und danach feierten Fanta4 ihr Bühnenjubiläum, beides nicht schlecht.
Aber nix im Vergleich zu Linkin Park. Das war sososo gut. Perfekter Mix aus alten und neuen Sachen, die ganze Zeit durch gepogt, man hat gemerkt, wie die richtig Bock hatten die Show zu spielen, besser ging nicht.

Hier eine kleine Abschweifung:
Das neue Album von LP, The Hunting Party, ist richtig richtig gut. Wieder ordentlich auf die Fresse, so wie früher, gemischt mit der Quintessenz der neuen Alben, die Texte wieder exzellent, ein fast perfektes Werk, dringend kaufen.

Sonntag:
Ich fasse zusammen: Trivium, InEx, AlterBridge und Avenged Sevenfold waren gut.
Aber nichts zu Metallica. Wir waren ganz vorne. Und es war der Hammer. 2 1/2 Stunden. Genial. Absolutes Highlight.
So, danach hieß es auch schon Abschied nehmen vom Ring, am Montag ging es zurück.
Ich muss sagen, es war eine Bombenstimmung auf den Zeltplätzen, den ganzen Tag Party, überall lief Musik, die Leute waren megaentspannt, so muss das.
Ich hoffe, dass nächstes Jahr ein noch besseres LineUp präsentiert wird, um dieses neue Festival grüne Hölle so richtig auszustechen, denn ich würde ungern wegen besserer Bands diesen Irrsinn unterstützen, der sich da am Ring zuträgt.

Ja, der Lieberberg will auch nur Geld verdienen und ist ein stickstoffkalter Hund im Geschäft, aber der ist halt der Boss auf dem Feld, das muss man ihm einfach lassen, ohne den gäbe es RaR nicht...

Nach einer Ewigkeit...

So, nach diversen Dingen die dazwischen gekommen sind, endlichst das X-Men Review:

Achtung: Dieser Beitrag wird Spoiler enthalten.
Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen sie nicht diesen Blog und fragen sie ihren Medizin-mann oder Exorzisten.

Und was soll ich sagen, der Film ist einfach grandios. Aber wirklich wirklich.
Der Film hat alles was man braucht (hier bitte Vorstellen, dass der Honest Trailer Typ die Liste vorliest): Mutanten, Sentinels, Tyrion Lennister, Drogen, Zeitreisen, Captain Picard, eine gute Story, viel Action, Jennifer Lawrence, guten Humor, Gentechnik und natürlich: Gandalf.

Ich weiß immer noch nicht, wie ich meine Gedanken vernünftig in einen für menschen verständlichen Beitrag quetschen soll, also jetzt hier so frei raus:

Die Welt ist am Abgrund: Sentinels (Kampfroboter) haben alle Mutanten ausgelöscht.
Alle Mutanten? Nein, eine von unbeugsamen X-Men gebildete Gruppe hört nicht auf, den Eindringlingen Widerstand zu leisten.  Ähm... Moment...
Ja, also wie gesagt, Mutanten am Rande der Vernichtung, nur eine Zeitreise kann dieses Schicksal verhindern: Logan muss Mystique in den 70ern davon abhalten, den Hersteller der Sentinels, Bolivar Trask (grandios gespielt von Peter Dinklage, mehr 70er geht glaub ich nicht), zu töten, wodurch die Menschen erst von der Gefahr durch Mutanten überzeugt wurden. 
Also wird sein Bewusstsein in sein früheres Ich geschickt und muss erstmal die frisch geschiedenen Mutantenanführer Charles und Erik zusammenführen und von seiner Mission überzeugen. Nicht ganz einfach, ist Xaver doch zu einem Junkie mutiert, der nur noch an der Spritze hängt um wieder gehen zu können und Erik Gefangener unter dem Pentagon.
Soweit zum groben Inhalt, nun zum wichtigen... Dem Urteil...
Bryan Singer gelingt es, die beiden Zeitlinien adäquat zu verknüpfen: Einmal die düstere Zukunft, zu der immer wieder Zwischenblenden geschaltete werden und die 70er Jahre, in denen die meiste Handlung stattfindet. Hier werden die Mutanten wie im Vorgängerfilm in reale Ereignisse eingebunden, z.B. wird Erik die Ermordung John F. Kennedys angelastet, da die Kugel eine Kurve flog etc. Die Wechsel passen immer perfekt in die Situation und verleihen Wolverines Auftrag Nachdruck.
Der Auftrag. Ja, die Handlung steigert sich zum Ende hin immer weiter, am Anfang blickt man vor allem noch auf die zehn Jahre älteren Charaktere aus „Erste Entscheidung“, zum Ende hin entwickeln sie sich immer weiter und der Action-Anteil nimmt stetig zu, ohne überhand zu nehmen (nagut, vielleicht ist am Ende mit dem Baseballstadion, das Independence Day gleich auf das weiße Haus zu schwebt etwas dick aufgetragen, aber hey, Magneto ist der Boss...). 
An dieser Stelle sollte eine der genialsten Szenen dieses Films hervorgehoben werden: Die Flucht aus dem Pentagon: Quicksilver rettet da schelmisch und mit Seelenruhe Erik und Charles vor den Wachleuten, in dem er in einer Super-Slowmo durch die Gegend rennt, Kugeln aus ihrer Flugbahn schnipst, Wachen verbiegt und Gegenstände neu positioniert, da ist das 3D einfach nur angebracht.
Der Endkampf in der Zukunft ist da auch nicht von schlechten Eltern, Splitter fliegen einem Entgegen, die appledesignten Sentinels fegen einen Mutanten nach dem anderen aus dem Weg, während ihre Mitroboter auf die ein oder andre Weise geschrottet werden.

So, ziemlich unvollständiges Gekröse, das dem ganzen Film überhaupt nicht gerecht wird, darum ein kurzes Urteil: 9 von 10 Punkten, weil man sich ja noch steigern muss, die EndCreditScene lässt ganz klar das Potential des dritten Teils durch scheinen.