25. April 2014

Star Trek Destiny - Gewöhnliche Sterbliche

Ich mach es mal kürzer als die Rezension zum ersten Teil und gebe den Inhalt nicht im selben Maße wieder, sondern reiße nur vereinzelt an, wo es mir wichtig erscheint.
Die Fortsetzung setzt genau da an, wo Teil 1 aufhört und bringt mehr Informationen über die einzelnen Charaktere, ihre Konflikte, die Gesamtsituation, Diplomatie mit anderen Mitteln und das Zuspitzen des Krieges.
So werden jetzt die Subraumtunnel einer nach dem anderen überprüft und eine vereinte Streitmacht (der Vereinigungsprozess gestaltet sich... "interessant", s.u.) gegen die Borg gestellt. 
Der Roman bleibt auf dem Niveau des Vorgängers und kann durch mehrere kurze und den langen, alles umfassenden Spannungsbogen überzeugen.
Sehr gelungen finde ich zum einen das Auftreten einer neuen Macht in Form der Hirogen, die sich auch am Konflikt beteiligen, mehr oder weniger aus Eigeninteresse, als aus Sympathie für eine der bereits kämpfenden Fraktionen;
zum anderen weitere Informationen über die Caeliar und ihre Technologie, ganz grandios gemacht, zudem man an einer Stelle einen sehr interessanten Gedanken fassen kann, was mit den übrigen Caeliar-Städten (im Roman wird nur eine der mehreren im ersten Teil an unterschiedliche Orte gebrachten Städte behandelt) und ihren Bewohnern passiert sein könnte, könnte aber auch ein Fehlschluss meinerseits sein. Auf alle Fälle sehr gut gemacht.
Kleinen Minuspunkt gibt es für die meiner Meinung nach etwas überzogene Diplomatie der Föderationspräsidentin, das geht nicht allein gegen den Autor, sondern gegen die Romanfigur selbst, in gewisser Weise. Ich frage mich, wie so ein Mensch Präsidentin einer Demokratie werden konnte, wenn sie ganz klar nicht so handelt, sondern ihre Ziele mit allen Mitteln durch setzen will.
Dies mag zwar eine gute Kritik an der Politik der allseits beliebten U, S und A sein, aber es wirkt etwas überzogen, zumal hier der Macht der Präsidentin kaum Grenzen gesetzt sind, was doch sehr merkwürdig für eine Interstellarmacht, die sich nach außen hin immer friedlich und als "die netten Nachbarn" gibt.
Vielleicht hänge ich auch zu sehr an der utopischen Idee Star Treks...
Alles in allem 4,5 von 5 Punkten, lediglich der letzte Punkt ist meiner Meinung nach nicht ganz gelungen und verhindert die Höchstwertung.
Wer also Teil1 gelesen hat, dringend besorgen.
Wer Teil 1 nicht gelesen hat, bewegt seinen fetten, ungebildeten Hintern mal ganz schnell in die nächste örtliche Buchhandlung (außer Thalia und Weltbild, das wäre ja noch schöner, wenn ein Fond oder die katholische Kirche unterstützt würde[dazu die Tage noch ein ausführlicherer Kommentar]) und kauft direkt die ganze Buchreihe. Wer da nicht zum Star Trek Fan wird, dem kann keiner mehr helfen...

1. April 2014

How I met your motherfucking bastards, what did you do?

Es ist vorbei. 
Eine der beliebtesten und meiner Meinung nach auch besten Serien, die in den letzten Jahren auf dem Markt waren, ist vorbei; die letzte Folge lief gestern in den USA. 
Ich dachte eigentlich, ich würde mich danach weinend in Fötusstellung auf mein Bett legen und den Tag wimmernd vor mich hin vegetieren, aber stattdessen schreibe ich gerade einen Hate-Eintrag, ich dachte nicht, dass das jemals bei dieser Serie passieren könnte.
Ich mein, die ersten vier Staffeln waren über jeden Zweifel erhaben, Staffel 5-8 hatten zu 50% gute Folgen und zu 50% Folgen, die zwar nett, aber nicht unbedingt gut oder wichtig waren und Staffel 9 war... größtenteils ernüchternd, versuchten doch die Macher, jeden einzelnen guten Gag, der in der Serie jemals vorkam, noch mal zu bringen, hatte aber durchaus sehr witzige Momente.
Und dann kam gestern die letzte Folge... (Fürs Protokoll: Ab hier: Spoiler)
Ich meine WTF? Erst geben sie uns nach 8 Jahren die Mutter, lassen sie eine Staffel Teil der Hauptfiguren sein, alle außer Ted treffen und dann schlagen sie einem so ins Gesicht, in dem es über Umwege letztendlich Robin ist (was man sich ja zwischenzeitlich echt gewünscht hat, aber man ist ja zu der Einsicht gekommen, dass es mit Barney besser passt) Ey, was ist mit denen? Die ganze Serie haben sie mit dieser Folge zerstört, alles was sie aufgebaut haben...
So.. Einatmen... Ausatmen... Einatmen.... Ausatmen...
Der Reihe nach: 
Was man in der Folge alles sieht: Ted erblickt die Mutter, man kann die Zahnräder in seinem Kopf werkeln hören, dann verabschiedet er sich, um nach Chicago zu gehen, man haut den besten High Five der Serie raus und er sitzt im Regen an der Bahnstation Farhampton und erzählt einer Dame die Story. Die will aber, dass er sich die Basspielerin holt, blablabla, sie steht da, er spricht sie an und bleibt in NY. So will man es.
Aber dann kommt der erste Schlag ins Gesicht:
Barney und Robin lassen sich scheiden. Wozu haben die denn diese Hochzeitsgeschichte so lange aufgezogen, erst der ganze Geheimhaltungsquatsch, wer da heiratet, dann eine ganze Staffel, die nur darauf hin gearbeitet hat und dann das? Ey, verarschen kann ich mich alleine.
So, ein weiterer Blick in die Zukunft, wir sehen die Gang ohne Robin, die ist auf Weltreise, berichtet etc, das ist passt ja. Aber Barney wird 1:1 wieder der Frauen aufreißende Kerl, hat ein neues Playbook usw... ja, super, wofür haben die den Charakter denn entwickelt? Wozu haben wir uns angeguckt, wie er versucht sich wirklich zu binden, erst mit Nora, was auf Grund seiner Unfähigkeit, sich im Zaum zu halten scheitert, dann mit Quinn, für die er einen besten Heiratsanträge ever raus haut, aber in beider Einvernehmen nicht umgesetzt wird und schlussendlich Robin, für die er echt alles raus haut? Damit das so endet wie die erste Beziehung zwischen den beiden und er hinterher das Kind von Nr. 31 seines perfekten Monats (Chapeau!) großzieht? Was zur Hölle, das passt nicht, weder zum "alten" noch zum "neuen" Barney, das ist eine verkrüppelte Chimäre...
Allein Marshal und Lily sind einigermaßen so, wie sie sein sollen.
So, kommen wir zu Robin: Wer hat sich das denn ausgedacht? Wie kann man nur? Ihr macht das BackUp-Partner-Ding ernst? Sonst keine Ideen mehr gehabt? Lächerlich.
Kommen wir zur größten Enttäuschung: Ted und die Mutter.
Wie begeistert war man, als sie vor knapp einem Jahr das erste Mal gezeigt wurde, die perfekte Mischung aus Robin und Lily mit einem gewissen eigenen Charme. Dann hat man sich über ihren grandiosen Charakter gefreut, den zu entwickeln man eine Staffel zu schauen durfte und (jedenfalls ich für meinen Teil) man dachte, ey, geil, besser kann es doch nicht sein für Ted (und im RL von mir aus auch, her damit :D), was bei denen lustiges, süßes, trauriges, ernstes passieren könnte, die würden trotzdem ein Paar bleiben.
So sehr hat man sich über die Blicke in die Zukunft gefreut, die schon in den letzten Folgen gezeigten Momente der beiden, so zuckersüß, so verlockend, der gescheiterte Restaurantbesuch, La vie en Rose auf dem Balkon, wie Tracy (die Mutter heißt tatsächlich wie die Stripperin, immerhin etwas haben sie richtig gemacht) zu Ted kommt und die Hochzeit abbläst, mit der Begründung, sie würde in ein paar Monaten nicht in ihr Kleid passen etc, da hat man echt gedacht, ja, so muss das Enden, so kann es nur Enden.
Und dann stirbt sie. Ja.
Aber ich denke, damit hätte man noch leben können, hätten sie danach nicht allen Ernstes den BackUp-Partner-Deal real werden lassen... Und die Kinder sagen lassen: Hey, die Alte ist seit 6 Jahren unter der Erde, jetzt geh und hol dir endlich Tante Robin, die wolltest du sowieso immer, scheiß drauf, dass du die letzten 9 Jahre immer der Verfechter von Romantik, der wahren Liebe, der Hoffnung, der Geduld, warst, das interessiert sowieso keinen, also leg die endlich flach. Achja, denk an das blaue Horn, dann endet alles wie es angefangen hat.
Ey. Fuck. You. In. The. Ass. With. A. Tree.
Was ist mit denen? Hat uns Ted nicht die ganzen Staffeln über gezeigt, dass er für seine, zugegeben teilweise naiven, Ideale einsteht und jetzt wirft er das alles über den Haufen?
Was haben die Autoren genommen? Echt, so kann man das nicht enden lassen, das geht gar nicht.
Es gibt noch genau einen Ausweg aus der Lage: Sie erklären es als frühzeitigen April-Scherz und zeugen nächste Woche die echte letzte Folge mit einer akzeptablen Auflösung.

PS: Und warum zu Hölle weiß ich immer noch nicht, was es mit der Ananas auf sich hat?