31. März 2014

Schwarzer Dampf

Auf meinen weiten Entdeckungsreisen durch die Welt (Internetz, einige wenige Straßen der essener Innenstadt) bin ich auf die Comic-Reihe "Steam Noir" gestoßen, die aktuell aus 3 Bänden besteht, von denen ich bereits 2 gelesen habe und 1 weitere im Juni diesen Jahres (2014; scheiße, das geht aber schnell mit der Zeit) erscheint. 
Die Geschichte "Das Kupferherz" spielt auf der "Welt" Landsberg, einer Schollengruppe, die teilweise durch künstliche Gerüste verbunden sind, die durch den Ätherraum vor sich hin driftet. Wir befinden uns im Staat Januskoogen, einer konstitutionellen Monarchie, die sich gerade auf gutem Weg zu einer Revolution befindet (ja, grabt schonmal in eurem Geschichtsgedächtnis, zu welchem Land könnte das eine Parallele sein...), die Hauptfigur ist Heinrich Lerchenwald, ein Bizarromant im Dienste des Leonardsbund, der sich mit sog. "Seelen", von der zweiten erwähnten Weltwelt "Vineta" wiederkehrende Tote und den Problemen, die sie erzeugen, befasst.
Unterstützt wird er von Herrn Hirschmann, einem Maschinenmann und Frau D, einer resoluten Dame.
Seine Wege durchkreuzen andere Organisationen wie der Kalendarische Orden, die vor nichts zurückschrecken und Abteilungen des Leonardsbund, die mit Hilfe von Freischärlern das Seelenproblem auf ihre eigene, nicht gerade zimperliche Art lösen wollen: Direktes Hinrichten (na, klingelt es so langsam?), wohin gegen Menschen wie Lerchenwald das Erscheinen der Seelen als Chance zur Forschung und Kooperation sieht.

So viel zum Background. In der Storyline geht es um einen Fall, in dem eine Tote ein künstliches Herz bekam (ja, Prothesen sind kein Problem), das jedoch spurlos Verschwand und eine Seele, die Kontakt auf zu nehmen versucht.
Der Kalendarische Orden pfuscht Lerchenwald wiederholt dazwischen und es scheinen sich Verstrickungen durch alle Gesellschaftsschichten zu ziehen.
Ich geb jetzt hier nicht mehr wieder, keine Lust zu spoilern, außerdem bin ich faul, lest gefälligst selber.

Meine Meinung:
Band 1 ist ein guter Auftakt, der einem erst einmal die Welt erklärt und die Story vorbereitet.
Band 2 geht hierbei viel mehr auf die Charaktere und ihre Motivationen ein, um die Handlung voran zu treiben.

Bis hier hin eine sehr gelungene Story, die geschickt zwischen Welt und Personen erklären wechselt, die Story sehr verschlungen gestaltet, mal langsam, mal schneller von statten gehen lässt und nebenbei immer mal Einblicke in das alltägliche Geschehen gibt.
Immer wieder tauchen auch mehr oder wenige amüsante Parallelen und Seitenhiebe auf die Entwicklung und Vergangenheit Deutschlands (ja, wer das jetzt noch nicht raus hatte, setzen, sechs, die Freischärler sind schon unterwegs).
Die Zeichnungen sind dabei recht düster gehalten, sehr detailliert und bis zum Hintergrund eigenständig und durchdacht, ganz klare Empfehlung, bin gespannt, wie es in Teil 3 weitergeht.

8. März 2014

300 - Rise of an Empire

300.
Da denkt man direkt an gestählte Muskeln, martialische Schlachten, Testosteron, einen Gollumveschnitt, schimmernde Rüstungen, spritzendes Blut und Leichen. 
Ja, das selbe bekommt man im Parallequal 300 - Rise of an Empire nur noch viel mehr. Und mit mehr Frauen (eine weibliche Hauptperson, hey, das sind 100% mehr als im Originalfilm), mehr Schiffen, mehr Blut, mehr Gewalt, mehr Politik, mehr Testosteron.
Aber alles nach Anfang.
Xerxes marschiert auf Griechenland, einem losen Bund von Stadtstaaten, in dem man sich vor allem um die eigenen Interessen kümmert. Aber nur vereint kann man den Gottkönig besiegen, von dem wir nebenbei erfahren, dass er durch eine Wanderung unter Drogen und ein Bad in schwarz leuchtendem Wasser-Öl-Dings-Flüssigkeit alle Haare verliert, dafür den Inhalt eines Juwelier bekommt (hey, geiler Tausch, Haare gegen Gold, wo finde ich das Bad?) 50% größer wird und eine Personenschutzstimme von RTL verpasst bekommt. Und nebenbei zum Gott wird.
Angezettelt wurde das ganze von Artemisia, der Heerführerin von Xerxes Vater Dareios, die Rache an den Griechen will, um den verlorenen Krieg der Perser zu rächen.

Sie ist die Schlüsselfigur der Perser, die mit einer gigantischen Marine gegen einen kleinen Haufen griechischer Trieren in die Schlacht zieht. 
Und Artemisia bleibt nicht, wie es sich gehört, brav zu Hause am Herd oder Planungstisch, sondern zieht selber mit in die Schlacht, wie es sich von einem anständigen Feldherren gehört.
Wo wir grad dabei sind, Artemisia ist total Badass. Als Kind durfte sie zugucken, wie ihre Eltern getötet und missbraucht wurden (in dieser Reihenfolge), als Kriegsgefangene Jahre lang vergewaltigt, als Jugendliche ausgesetzt und von einem persischen Gesandten aufgenommen entwickelt sie sich zur besten Kriegerin evaaar.
Und was für eine... Der fleischgewordene Racheengel, verkörpert von Eva Green, setzt zu Beginn der Schlacht direkt ein Zeichen und köpft einen Gefangenen und küsst den abgeschlagenen Kopf... Was für ne Frau. Dazu später mehr...
Die Griechen schlagen sich dann auch gar nicht schlecht gegen die Perser, die zuerst nur wenige Schiffe schicken, die dann von den Griechen durch geschickte Taktiken und Hinterhalte, bei denen die Perser erstochen, ertränkt, enthauptet, erschlagen, zerfetzt, zerfleischt, erdolcht, erdrosselt, zermalmt und was weiß ich werden, dass das Blut nur in euer Gesicht und auf die Kamera spritzt.
Nebenbei wird auch Napalm... ähm Seefeuer... ach egal, ihr wisst was ich meine, eingesetzt, was ein Anblick, brennende Leiber, explodierende Kamikazekommandos und ein detonierender Brander, ein Augenschmaus der Zerstörung.
Nach ein paar Niederlagen will Artemisia "verhandeln", holt den  griechischen Heerführer Themistokles zu sich, nur um sich nach den schnellen Verhandlungen ("Unterwerft euch" - "Nö") mit ihm zu prügeln bzw. mit ihm zu schlafen. Ja, das meine ich so, wie es da steht.
Nach einer ausführlichen Auseinandersetzung gehen sie getrennter Wege und es kommt zu Schlacht. Die geht verloren, weil Thermistokles, dieser riesen Vollspacko Artemisia ersticht. Dieser Penner. Artemisia war die Personifikation von Perfektion, eine Verzückung aus Fleisch, Stahl und Bosheit... Mit der hätte ich auch verhandelt. Hähä.

Ähm, der Film, ja, also die Griechen siegen, weil sie sich doch noch einen können und die Spartaner unter Cersei Lennister ähm Königin Gorgo retten gnadenlos den Tag und metzeln die Perser nieder.
Yay.

Also zusammenfassend ganz klare Empfehlung, wenn man nicht nur auf Filme mit tiefgründiger Story steht, sondern auch auf einfach nur stumpfe Gewaltexszesse steht.
Ich bin froh, dass sie das konsequent durchgezogen haben und mit der FSK18 Bewertung leben konnten. 
Das einzige, was ich nicht verzeihe ist das Töten von Artemisia, wie konnten sie nur...
Ähm. Abschließend eine Wertung von 6,5 von 10 für ein grandioses Gewaltspektakel, bei dem sich 3D wirklich gelohnt hat.