15. November 2013

Yey, Büchers

Also eigentlich geht es nur um ein eines.
Cross Cult hat das Star Trek: Voyager Buch-Reboot verlegt. Für die jüngeren, Star Trek: Voyager war eine Sci-Fi-Fernsehserie in den 1990er Jahren und es ging darum, dass ein Föderationsraumschiff ans andere Ende der Galaxis (Trivia: Delta-Quadrant, lächerliche 70.000 Lichtjahre von uns entfernt) verfrachtet wurde und nun verzweifelt einen Weg nach Hause sucht. Dabei musste viel improvisiert, gekämpft (ganz viel Borg und Kazon und 8472), gelitten (peace Q)und viel gekitscht werden (meine Fresse, die Dialoge waren ja teilweise sowas von gestelzt und diabetes lastig). Ich fands super. Beste ST-Serie nach dem Original (das mit der Enterprise aus den 60er Jahren) meiner Meinung nach, also ist diese Buchreihe praktisch ein Must-Have.
Der erste Teil Heimkehr ist bereits erschienen und der zweite Ferne Ufer erscheint diesen Monat.
Heimkehr beschäftigt sich mit mit der Zeit kurz nach der Rückkehr der Voyager in unseren Teil der Galaxie (Alpha-Quadrant für das unwissende Pack).
Die erste Hälfte des Buches beschäftigt sich mit der Schocksituation für alle Beteiligten, die sich erst einmal wieder in ihr neues altes Leben einfinden müssen, was stellenweise gar nicht so einfach ist, da gewohnte Abläufe nicht mehr von Nöten sind und man scheinbar nicht mehr den nächsten Tag fürchten muss, sondern nur eine exotische Krankheit, die nicht weit verbreitet ist, aber anscheinend höchst gefährlich, da alle Register gezogen werden, ihre Verbreitung zu verhindern.
Im Mittelteil merkt man dann so langsam, wie sich alles wieder normalisiert, aber auch, dass einiges nicht so läuft, wie man es von der Sternenflotte und der Föderation gewohnt ist, wissenschaftliche Berichte werden nicht für wichtig gehalten und Prioritäten nur auf neue Technologie gelegt, die die Voyager auf ihrer Reise erworben und entwickelt hat, um nach dem grausamen Dominion-Krieg (das Dominion ist ein Sammelsorium verschiedener Völker, die in einem streng getrennten Kastensystem ihr dasein fristen und dabei vor allem auf Expansion um jeden Preis bedacht sind, man verfolge die Serie DS9) die militärische Stärke der Flotte zu erhöhen.
Hinzu kommt noch ein kleiner Aufstand der Hologramme, an dem angeblich der Doktor (der Schiffsarzt der Voyager, der eigentlich ein für den Notfall geschaffenes Medizinisch-Holografisches-Notfallprogramm ist [Hologramme werden in ST durch Kraftfelder "stofflich"], aber auf der Voyager zu einer richtigen Person wurde) schuld sein soll.
Die oben erwähnte Krankheit wird zur großen Gefahr, als sich herausstellt, dass betroffene nach und nach zu Borg werden und die Sternenflotte versucht, dies zu vertuschen. Erschwerend kommt die Verdächtigung der Voyager-Crew hinzu, diese Krankheit verursacht zu haben, da sie zwei Ex-Borg als an Bord hatte.
Damit sind wir auch in der zweiten Hälfte, den richtigen Konflikten: Die zum Admiral beförderte Janeway gibt nicht auf, ihre ehemaligen Crewmitglieder aus der Haft zu befreien und ihren Doktor als unschuldig zu identifizieren, während ein höhrerrangiger Admiral (der auch die technische Ausschlachtung der Voyager betreut und vom Geheimdienst des Technologieschmuggels verdächtigt und beschattet wird) mit allen Mitteln deren Schuld zu beweisen, sich dazu unter anderem eine Ermächtigung der Föderationsregierung einholt.
Man erfährt in dieser zweiten Hälfte einiges über den aktuellen politischen Zustand der Sternenflotte und deren Uneinigkeit, sowie den Konflikten, denen die Voyager-Crew ausgesetzt ist und das Buch endet mit einem Cliffhanger.

Meine Meinung:
Neue Star Trek Bücher sind immer gut. Aus der alten Voyager-Reihe befinden sich viele Bände in meinem Besitz, die Freude über neues hat mich zum Vorbesteller gemacht.
Ich muss sagen, dass ich zu Beginn ein wenig ernüchtert war, als es im ersten Drittel vor allem um die so serientypische Friede-Freude-Heiterkeit ging und sich kaum Konflikte oder Herausforderungen abzeichneten, aber ab dem Mittelteil wurde es dann zunehmend interessant.
Zwar finde ich, die Borg in den Alpha-Quadranten zu holen, jetzt nicht ganz so super, aber die Idee der Seuche wiederum sagt mir schon sehr zu.
Am tollsten fand ich dann diese internen Intrigen und Machtspielchen, die zeigen, dass auch in einer Demokratie nie alles läuft, wie es soll.
Allerdings gibt es einen großen Mangel, die deutsche Übersetzung: Die ist vor allem was die persönlichen Anreden angeht, etwas ungewohnt, wenn sich Janeway und Chakotay auf einmal duzen, was aber sicher an der fehlenden Trennung von Höflichkeits- und persönlicher Anrede im Englischen liegt. Hinzu kommen teilweise recht unbeholfen wirkende Formulierungen. Zwar kenne ich das englische Original nicht, aber ich kann mir denken, dass da einiges an Qualität verloren gegangen ist.

Insgesamt also noch Luft nach oben, als Einstieg aber durchaus gut (der Verlag hätte vielleicht ein Buch aus den zweien machen sollen, dann hätte es vielleicht eine besser Steigerung gegeben, aber naja..), darum gebe ich hier 6,5 von 10 Sternen und warte gespannt auf die Fortsetzung.

Kaffee. Schwarz.

10. November 2013

The National oder wie man auch ohne Pogo ein enorm geniales Konzert miterleben darf

Ja, auch ich höre mal Musik, die jetzt nicht so direkt oder auch subtil auf die Fresse gibt.
The National sind da mehr so ruhig, aber dabei noch wunderbar mitreißend und das obwohl sie unfassbar toll düster-melancholisch sind, dass man sich am liebsten alle Adern die man hat, aufritzen möchte. Mit einer stumpfen Nagelschere. Einfach um langsam aus dieser verkackten Welt zu scheiden und den ganzen Rotz hinter sich lassen zu können.
Und wie gehts euch so? 
Also fangen wir mal vorne an, bei unserer Ankunft in der nicht ganz ausverkauften Mitsubishi Electric Hall in Düsseldorf. Eins war klar, wir drücken den Altersschnitt, was mir sonst noch nie passiert ist, außer vielleicht bei den Foo Fighters, aber auch da nicht in dieser krassen Form. So hat sich das Publikum dann leider auch meistens verhalten, etwas zurückhaltend, träge und alterslahm.
Aber darum geht es sich ja nicht.
Es geht um die Musik.
Ja. 
Und die resultierende Depression und Spaß dabei.
Das tolle an The National ist, muss ich sagen, dass sie ihre Songs wirklich fast alle variiert haben und keiner wie auf den Alben klang. Schon der Opener I should live in Salt wurde etwas schneller und etwas weniger getragen als auf Platte gespielt, unter anderem bei Squalor Victoria hat sich Matt Berninger die Seele aus dem Leib geschrien, so verzweifelt... Ahhh. Leid und Schmerz.
Meine persönlichen Gänsehaut und totalen Depressionsmomente waren dann Bloodbuzz Ohio und Apartment Story, nur noch getoppt von Fake Empire.
Am Ende wurden die Lieder sogar dann so rockig, dass man durchaus hätte pogen können.
Aber zu dem Zeitpunkt hatten alle schon ihren Lebensmut verloren und standen kurz vor dem Kollektivsuizid.
Also durch und durch gut investiertes Geld.

Nebenbei noch ein Wort zu Placebos neuem Album Loud like Love:
Must Have. Absolut geil. Auch schön traurig, aber auf ne positivere Art als bei National und noch mehr in Richtung Rock. Meine Lieblinge: Too Many Friends und Begin The End, beides absolute Knaller.
Ach und mitten im Emotionswirrwarr soll man auch ne Bank ausrauben. So stell ich mir ein gutes Album vor. 8/10, 10/10 gäbs für ein wenig mehr Abwechslung, was die musikalische Basis angeht, das war mir teilweise einen Hauch zu selbstplagiierend, auch wenn es evtl. gewollt ist, als durchgehendes Verbindungsstück.