18. Juli 2013

Was mir den Sommer doch noch sympathisch macht

So, ich bin grad zu eurem Leidwesen gerade total übermotimiert zu schreiben. Sorry. Kommt nicht wieder vor.
Warum mir diese ekelhaftige warme Jahreszeit doch noch gefällt, nur hier, zu keiner anderen Zeit, wahrscheinlich in keinem Paralleluniversum und in keiner anderen Dimension, gibt es den Steam-Summer-Sale.
Grandios viele tolle Spiele gnadenlos reduziert und das ganze 11 (in Worten ILF) Tage lang.
Zu meinen Erwerbungen zählen neben der Half Life Reihe, Portal 2, Left for Dead 2, zum einen der Borderlands 2 Season Pass, meiner Meinung nach absolut gut investierte 10 €, meine Meinung:

Wer vom Hauptspiel nicht genug bekomme und mehr kranken Scheiß sucht, ist hier genau richtig. Die vier großen DLCs sind der hammer, die Großwildjagd hat mir Spaß gemacht, die Schatzsuche fand ich grandios, ich dachte nach den Kämpfen im Badasscrater of Badassitude auf Platz 1 der Badassliste zu stehen, könnte nicht getoppt werden, aber dann habe ich mit den Kammerjägern, Tiny Tina und dem Rest das klassische Pen and Paper Rollenspiel "Tiny Tinas Assault on Dragon Keep" gespielt und kam vor Begeisterung am Ende nicht mehr klar.
Nach krankem Scheiß kommt hier megakranksuperkalifragilistischnerdigderber Scheiß.

und das Indiegame Element4l, zu dem ich natürlich auch meinen Senf dazugebe:

Ein absolut tolles Spiel, es hat etwas von Trundle (wer es nicht kennt, man bewegt ein Zahnrad durch eine ähnliche, nur durch Schatten dargestellte Welt, mit einem ebenfalls tollen Soundtrack und muss leichte kinetisch-mechanische Rätsel lösen), ich mag das Konzept, sich nur durch das ändern des Elements und der Gesetze der Physik fortzubewegen, dazu kommt der toll gestaltete Soundtrack, den man direkt dazu bekommt.
Das Spiel ist sein Geld absolut Wert, wer eine Reform des klassischen Jump n Run erleben möchte und auf Konzepte abseits des Mainstream steht, sollte sich das Spiel unbedingt zu legen.

So, det war getz aba uch jenuch für heut.

Prost.

Filme über Filme über Filme 3

Alle schlechten Dinge sind drei, darum noch direkt eine Meinung zu Now you see me, deutscher Titel: Die Unfassbare (leckt mich, dämliche Übersetzung).
ganz wichtig bei dieser Renzension: Sehen sie genau hin, denn je genauer sie hinsehen, desto weniger sehen sie.

Worum es sich geht:

Vier Zauberer, Taschenspieler, Trickbetrüger, Illusionisten, Mentalisten oder wie man sie nennen möchte (gespielt von Jesse Eisenberg, dem kleinen Francobruder, Woody Harrelson aka "The Twinky" Tallahassee aus Zombieland und Isla Fisher), werden zusammen gebracht, um eine geniale Show zu organisieren. Von wem, bleibt unklar, nur, dass die/der genauso genial sein muss, wie alle vier zusammen.
Und: Sie/er trägt einen blauen Kapuzenpulli.
Die erste Show in Vegas, ein genialer Trick, eine ausgeraubte Bank in Frankreich, doch das warum fehlt, man überlegt und überlegt  und kommt auf keine Idee, sehr gut, das gefällt mir.
Interpol ist eingeschaltet, vertreten durch die bezaubernde und zaubernde Melanie Laurent, und muss mit dem skeptischen, amerikanischem Ermittler, richtig richtig richtig gut gespielt von Mark Ruffalo (den meisten wohl erst durch Avengers bekannt geworden), zusammen arbeiten, um die vier Reiter, die in zwei weiteren Shows noch mehr Geld umverteilen, unter anderem das ihres Finanziers, gespielt von Michael Caine (über den muss ich doch jetzt nichts sagen, oder?), zu schnappen.
Parallel wird ein weiterer "Antagonist" eingeführt, ein ehemaliger Zauberer, der andere Zauberer entlarvt, dargestellt von Mister God himself, the one and only Morgan Freeman, der mal vom FBI, mal von Michael Caine zurate gezogen oder verdächtigt wird.
Meine Meinung:
Ein toller Film, mit vielen Stärken, aber auch kleineren und leider auch größeren Schwächen:
Die kleineren Schwächen sind Logikbrüche und Ungereimtheiten, wie zum Beispiel den Fakt, dass der Überwachungswagen des FBI leer und offen stehen gelassen wird, ein riesiger Spiegel im Raum niemandem auffällt.

Die Stärken:

a) Der Cast: Alle spielen ihre Rolle enorm gut, ich hätte mir aber noch ein bisschen mehr Michael Caine gewünscht, der in so einer unsympathischen Rolle sicher noch mehr hätte heraushauen können.
Besonders positiv kann ich Marc Ruffalo erwähnen, der den gesamten Film über die Wandlung seines genervt-skeptischen Charakters hin zum offeneren Menschen mit 100% spielt.
Der Rest spielt seine Paraderollen, Eisenberg als Kontrollfreak, Franco als Grinsebacke ohne viel Hirn, Harrleson als notgeiler Witzbold, Freeman als Gott, Fisher als was auch immer sie gut kann und Laurent als weltoffene Miniprinzessin.

b) Das Tempo: Man wird auf der einen Seite von einer Szene zur andern gerissen, man muss aufpassen, alles mit zu bekommen und ja nicht im Verständnis zurückzubleiben, auf der anderen Seite wird dann wieder Geschwindigkeit herausgenommen, um das passierte näher zu erklären und um Verwirrung aufkommen zu lassen, also wie ein guter Angriff im Fechten, absolut mein Ding.

c) Die Story: Sehr gute Idee, das Heist- mit dem Zauberergenre zu vermischen. Die Tricks sind bis auf den mit Spiegel gut durchdacht und im Großen und Ganzen logisch und schlüssig, die Hintergründe bleiben alle lange verborgen und bereiten Kopfzerbrechen, die Twists kündigen sich an, gehen dann aber auch mal in eine ganz andre Richtung, so muss das sein.
Eine tolle und erwähnenswerte Stelle ist die, in der Grinsekatze vermeintlich stirbt und die Show einfach zu dritt durchgezogen wird, man fragt sich, trauern die nicht, was ist los, wie kalt sind die denn, bis einem dämmert, klar das machen die nicht, weil der Kerl lebt. Nennt mich schwer von Begriff, aber im Kinositz war ich von seinem Tod überzeugt.

So, kommen wir zu den schwerwiegenden Schwächen:

a) Die Storyumsetzung: Tja, ne gute Story braucht auch eine gute Umsetzung und da haperts ein bisschen wie ich finde. Zu viel bleibt ungeklärt, mehr als ich gut finde. Ja, es ist toll, wenn man mit manchen Sachen alleine gelassen wird, aber so viel fand ich sehr unnötig. In einem Zuge damit bleiben die Charaktere zum Großteil auch sehr blass und oberflächlich, meinen vermuteten Grund siehe bitte unter c). (Man man man, ist das spannend).

b) Laurents Rolle: Ohne Spaß, die ist nur dazu da, dass Ruffalo seine Einstellung verändert und trägt sonst kaum etwas bei, da hätte man deutlich mehr aus dieser grandiosen Schauspielerin holen können.

c) Das schlimmste, wogegen der Rest der Schwächen lächerlich verblasst, ganz klein wird und sich in Luft auflöst, das Ende.
Ohne Spaß. Was sollte das? Dieser tolle Film versaut sich selber durch sein an den Haaren herbeigezogenes Ende, was meiner Meinung nach daran liegt, dass die Autoren gemerkt haben, "Oh, fuck, wir haben zwei Stunden voll und das Budget ist auch aufgebraucht, los, wir nehmen den einfachsten Weg". Ich mein, der Aufbau des Ganzen, die Hinweise im Verlauf des Films, die waren ja super eingestreut, aber das in weniger als 5 Minuten raus zu hauen? Son Dreck.
Mit ein bisschen mehr Zeit und Geld hätte man da ein fantastisches Finale, den größten Trick von allen draus machen können, z.B. mit der Interpolagentin als tatsächliches Mastermind, aber das wird verschenkt.
Zudem hätte man mit einem Zusatz an Moneten und Δt die Charaktere deutlich mehr Farbe und Tiefe verleihen können.

Punkt c) lag mir nach dem Schauen sehr schwer im Magen und ärgert mich immer noch, sodass ich dem Film bei aller Liebe am Ende nur 6,5 von 10 Punkten geben kann, wäre es ein besseres gewesen, hätten es gut 9 sein können, trotzdem Ansehempfehlung.

The Prestige konnte deutlich mehr überzeugen, hatte tiefgründigere Charaktere und dazu: Weniger Budget, aber auch ein paar weniger wichtige und überbezahlte Schauspieler.

Filme über Filme über Filme 2

So, hähä, es geht direkt weiter:
So, hoffe, ich konnte den Tag mit schon ein bisschen versauen, ich mach auch direkt weiter mit Ich, einfach unverbesserlich 2, fasse mich hier aber aus Faulheit kurz, auch um den Spaß nicht zu verderben, den Film sollte man sich selber angucken, aber vor allem aus Faulheit.
Handlung: Gru führt mit Edith, Margo, Agnes und den Minions nach dem triumphalen Sieg über Vektor ein nettes Leben, mit Einhorngeburtstagsfeiern, den üblichen Problemchen wenn die Damen älter werden, und den Minions, doch dann will die Anti-Verbrecher-Liga, kurz AVL, Gru als Berater heranziehen, um ein gestohlenes Serum wieder zu beschaffen, das Lebewesen in Fressmaschinen verwandelt. Achja, und Dr. Nefario kündigt, aus Mangel an Verbrechen.
Zu allem Überfluss erhält er noch eine nerven- und herzzerreissende Assistentin (übrigens enorm genial synchronisiert von Martina Hill, die Älteren kennen sie noch aus switch, die jüngeren aus der Sparkassenwerbung), um die Mall zu überwachen, in der der Missetäter vermutet wird.
Unter den Verdächtigen befindet sich auch anscheinend ein Doppelgänger eines ehemaligen Superschurkenkollegen Gru's, El Macho, dem badassigsten Badass, der sich höchst badassmässig über die Expressschiene selbst ins Jenseits befördert hat. Auf die einzige Art, die so einem badass Badass würdig ist: Auf dem Rücken eines raketenbetrieben Hais (Rakete heißt hier Marschflugkörper und Hai bedeutet Hai) in einen aktiven Vulkan geflogen (und mit Vulkan ist auch ein lavaspeiender Berg gemeint).
In jedem Fall muss Gru diesmal nicht nur gegen seine Feind, sondern auch mit seiner Familie, seiner Assistentin, seinen Minions und sich selbst kämpfen, um heil aus dem Schlamassel herauszukommen.

Ich zieh hier nur ein Fazit und begründe das (Gründe siehe oben):
Auf eine andere Art und Weise genauso gut wie der erste Teil, gute 8 von 10 Punkten, absolutes musthave, denn:
Die Story ist enorm witzig, es kommen viele neue Elemente mit hinein (Margo fängt ihre erste Beziehung an, die Assistentin, Aggro-Minions, Lippenstiftschocker usw.), aber es werden genauso alte aus dem ersten Teil wieder aufgenommen (Einhörner, Furzwellenkanonen, Minions etc.), dazu gesellen sich sehr viele popkulturellen Anspielungen (Herr der Ringe, James Bond, Mission Impossible, Star Wars u.v.m.), die nur älteren Zuschauern auffallen werden (und von denen werden nur 50% sie wirklich verstehen), Minions, Aggro-Minions, Spaß, Spaß, ein bisschen Gefühl und, was mich sehr überrascht hat, lohnenswerte 3D-Effekte (findet man ja irgendwie nicht mehr so häufig, siehe vorherige Rezension), dazu kommt ein vorhersehbarer Storytwist, der aber einfach nicht eintritt (ja, das ist gekonntes Publikumverarschen, sehr gut gemacht, davon mehr).
Was zu 10 Punkten fehlt, aber Meckern auf hohem Niveau ist, sind mehr destruktive Edith und superknuddligsüßwarmherzigliebrührendherzzerreißende Agnes, die ein wenig in den Hintergrund treten und ein wenig mehr Charakter beim Gegner (ähnlich blass war Vektor in Teil 1) und der Assistentin, wobei man sagen muss, dass der Film dann auf Grund der zahlreichen Figuren noch länger geworden wäre, was wahrscheinlich auch nicht so toll gewesen wäre.
Also, noch mal, klare Empfehlung und Furzwellenkanonensalut für dieses grandiose Meisterwerk des Kinderfilms.

PPPFFFFFFLLL.

Filme über Filme über Filme 1

Ja, der Sommer ist voll da (blödes Arsch, soll sich wieder verpissen mit seiner ekelhaftigen Hitze) und was macht man da, natürlich, man geht entspannt ins Kino, da ist ja klimatisiert.
Nebenbei kann man sich da ja noch nette Filme angucken, diesen Sommer kommt davon ja ne ganze Menge vielversprechendes Material, verzähl mal so nach Guckreihenfolge, wer Spoiler vermeiden will, sollte diesen Blog meiden, auch wer Spoiler nicht vermeiden will, sollte diesen Blog meiden.

Ich fang dann mal mit World War Z an, der neue Zombieapokalypsenfilm mit Brad Pitt, Moritz Bleibtreu und andern Komparsen (ja mal ohne Spaß, die kennt doch keine Sau außer aus irgendwelchen Nebenrollen).
Ich spar mir jetzt mal ne Zusammenfassung des Inhalts, ich denke, den kann sich jeder selbst zusammen reimen, der auch nur annähernd was von Zombieapokalypse gehört hat und nicht mit dem IQ eines benutzten Taschentuchs durch die Weltgeschichte rennt (wobei er/sie da natürlich schon nah an einem Zombie wäre und dementsprechend Teil einer solchen Apokalypse sein könnte, wodurch wiederum das entsprechende Wissen da wäre, aber lassen wir solche Haarspaltereien, glaubt ja doch keiner).
Was wichtig ist, sind meine Kritikpunkte:

a) 3D: Aus welchem andern Grund außer Abkassieren wurde dieser Film in 3D auf die Leinwand, bzw. eigentlich ja in den Kinosaal gebracht, die Leinwand ist ja nur 2D, aber ich schweife schon wieder ab, es gibt eine einzige Szene in der sich das lohnt und das ist gleichzeitig eine der unwichtigsten im Film, das ist noch unsinniger als in J.J.Lensflares neuestem Star Trek Verschnitt.

b) Entschärfung: Ja, super, dann sieht man halt mal nicht die Köpfe fliegen und Blut fließen und überhaupt, wo ist die ganze Gewalt? Ohne Spaß, dass der Film in Deutschland ab 16 ist, ist ein Witz, in den USA ist der Spaß PG-13, also WTF?

Das war der triviale Teil, zur Handlung:
c) Israel: Ja sicher, alles sauber und genau dann wenn unser UN-Fuzzi eintrifft, kommen die Legionen der Zombies. Vor allem, weil ne Menschenmasse lautstark durch Mikros singt, aber die ganzen Hubschrauber natürlich durch ihre Geräusche keinen einzigen von den Hirnfressern anlocken.

d) Der Flugzeugabsturz: So was von klischeehaft, nur Kurt Cobain und seine Israelileibwächterin überleben, na klar.

e) Durchschnittsamerikaner rettet die Welt. Jo. Total Innovativ. Ach, moment, das gabs ja doch schonmal in ein paar kleinen Filmen...

f) nach einer halben Stunde ist es nicht mehr wirklich spannend. Nur ein kleiner Lichtblick in Irland bei der Krankheitserreger-Sache und dem Plan, aber das ist auch nur ne knappe viertel Stunde.

Was zum Teil positiv war:

a) Die Zombies, total super, wie ein rasender Insektenschwarm nehmen sie Meter um Meter, das Individuum ist egal, da wir auch mal einer zertrampelt, who cares, Hauptsache "GEHIRNE!".
Okay, der Turm ist ein bisschen weit hergeholt, aber ohne Witz, der sieht einfach geil aus.

b) Die Infektion und das Ignorieren von Kranken und Schwachen durch die Zombies. Hat mir als Ansatz sehr gut gefallen. Zwar nichts neues, aber es ist stimmig.

c) Die erste knappe halbe Stunde war genau das, was ich erwartet habe: Verzweiflung, Ahnungslosigkeit, Beklemmung, Hilflosigkeit, einfach nur deprimierend, geil, mehr davon. Erst in der Großstadt, dann auf dem Evakuierungsschiff, auf dem die unwichtigen Personen, die bei der Bekämpfung der Zombies nicht hilfreich sind, einfach zurück in den sicheren Tod auf Festland geschickt werden.
Dazu dann noch die Kampfszene in Asien und das Labor in Irland, super, totale Endzeitstimmung. Aber das konnte leider nicht sehr lange aufrecht erhalten werden.

d) Die drei besten Szenen: Der Weg aufs Hochhausdach, meine Fresse, düster, unübersichtlich, bedrückend, horror, so muss das sein, dazu Blut und ansprechender 3D-Effekt wenn das Viech auf einmal auftaucht.
Der Zombieturm.
Der zähneklappernde Zombiedoc im Labor, meine Fresse, war das geil.

Fazit: Ein Zombiefilm, nette Unterhaltung, aber bis auf die Details über die Gefühlswelt und Verzweiflung in der Hilflosigkeit und die Skrupellosigkeit des Staates (die berechtigt ist) nicht wirklich herausstechend.
Vor allem das 'murrica saves the world fand ich nervig und die Vorhersehbarkeit der Handlung.
Alles in allem bekommt der Film trotzdem 5 von 10 Punkten, vor allem für die zusammengerechnet 45 guten Minuten, 28 Days/Weeks oder Dawn of the Dead empfand ich als deutlich besser.

Uarghbl.