14. Juli 2014

Die WM ist zu Ende, die WM beginnt...

Ab morgen ist WM.
„Aber WM war doch schon...“
Ja, Fußball-WM, aber es gibt ja, Evolution sein dank, noch mehr Sportarten als Fußball.
z.B. Fechten. Aber woher soll das der normale Mensch auch wissen, schließlich wird nicht Wochen vorher schon Bericht erstattet, werden keine großen Erfolgsprognosen von selbsternannten Experten oder Analysen ehemaliger Erfolgssportler über den Leistungsstand veröffentlicht, keine Stimmung gemacht, mit den deutschen Athleten mitzufiebern.
Da mag sich einem doch die Frage stellen: Warum eigentlich nicht? (oder auch nicht, wenn man von Diversität soviel hält, wie das IOC [olympische Komitee] von Transparenz...)
Es wird schließlich über andere Randsportarten wie beispielsweise Schach ähnlich berichtet, wie über Fußball, dabei hört man selten in der U-Bahn* Sätze wie „das Finale gestern, das war echt krass, wie Carlsen da Anands Springer einfach so geschlagen hat, das war so genial, der Wendepunkt der Partie“ oder „beim Training, da hab ich mir so eine geile Kombination von Läufer und Turm überlegt, mein Gegner konnte nur aufgeben“. 
Allenfalls liest hört man noch Kommentare zu höher frequentierten Sportarten wie Leichtathletik, Rudern, Hockey etc., ansonsten überall nur Fußball.
Aber warum nicht Fechten? 
Da gibt's verschiedene Gründe: 
a) 
Die Medien verdienen kein Geld mit Berichten über Fechten, ist ja nur eine kleine Zielgruppe. Aber sollten Journalisten nicht eigentlich wertneutral an ihre Arbeit heran gehen, niemanden bevorzugen und vor allem nicht dem Geld hinterherlaufen? 
Sollten nicht gerade in dem durch Zwangsabgaben finanzierten öffentlich-rechtlichen Funk und Fernsehen neutral berichtet werden und damit gleichberechtigt, schließlich ist Deutschland, zumindest noch auf dem Papier, ein demokratischer Staat? 
Ach. Sorry. Da hab ich grad ein bisschen vor mich hin geträumt, ich Gutmensch... 
b) 
Die FIE [Weltverband des Fechtsports] ist (noch) keine multimilliardenschwere Korruptionsgesellschaft**, die genug Einfluss hat, um ggf. an Punkt a) etwas zu ändern. Sie scheitert schon daran, die ureigensten Interessen durch zu setzen, bei den olympischen Spielen muss Fechten auf 2 Disziplinen (es gibt insgesamt zwölf, drei Waffen, jeweils Einzel und Mannschaft für Damen und Herren, 3*2*2=12) verzichten, die immer rotiert werden, und nichts konnte daran etwas ändern.
c) 
Aufgrund von a) sehen sich Personen des öffentlichen Lebens nicht in der Position, mehr für den Sport zu tun, als nötig. Es glaubt ja niemand ernsthaft daran, dass sich Mutti und der Bundesgauck für einen Selfie mit den deutschen Fechtern hergeben. Damit kann man ja keine Stimmen für Wahlen sammeln und in der breiten Masse auf Zuspruch stoßen.
d) 
Fechten ist nicht im Bewusstsein der Menschen, was an c) und a) liegt. Die wenigsten Leute wollen sich noch groß informieren, was sie machen können, sie machen das, was sie immer vor Augen haben, genauso wenig wollen sie, wenn es denn mal im TV übertragen wird, sich informieren, warum da wer jetzt nen Treffer gemacht hat, aber beim Fußball kennt anscheinend jeder die Regeln (und es kann mir jetzt niemand erzählen, die Abseitsregel hätten alle nach einmal Kommentatorerklärung und Privatgespräch vollständig kapiert)

Wenn ich wollte, könnte ich zu jedem Punkt mehrere Seiten schreiben, aber ich würde mich doch nur aufregen, darum lasst mich kurz zusammenfassen:
Menschen sind doof, Geld regiert die Welt und ich will ne Currywurst.

PS: 
An dieser Stelle übrigens meinen herzlichen Glückwunsch an die deutsche Fußball-Nationalmannschaft zum Titelgewinn (nein, ich habe das Spiel nicht geguckt, lediglich Meinungen von Zuschauern gehört und demnach war es ein Gemetzel^^).

*Zufällig gewähltes Beispiel eines öffentlichen Raumes, in dem man, ohne wie ein Stalker zu wirken, Menschen belauschen kann

** solche Tendenzen könnte man mittlerweile durchaus unterstellen, schließlich ist mit Alisher Usmanov ein russischer Oligarch mit zweifelhafter Vergangenheit vorsitzender und ein 

13. Juli 2014

Alle wahnsinnig

Ja, es ist soweit. Aus irgendeinem Grund hat Deutschland es geschafft, ins Finale des unwichtigsten Ereignisses ever zu gelangen: 
Der Vollidio... der Grenzdebi... der Grobmoto... der Pöbe...  ach, wie ist das nette Wort noch mal?
Achja, Fussball-Weltmeisterschaft.
Und alle so: SCHLAAAND! Und ich so: Halts maul.

Mal im Ernst.
Ist ja in Ordnung, dass die deutsche Mannschaft im Finale steht, haben sie ja sicher nicht schlecht gemacht (ich hab kein Spiel gesehen, Finale wird auch nicht geguckt), die Ergebnisse sprechen ja für sich (Brasilien weiß jetzt auch, was Blitzkrieg bedeutet...). Aber ist so ein riesiges Bohei um einen meiner Meinung nach extrem langweiligen Sport echt nötig?
Fußball ist schon omnipräsent genug, da müssen nicht auch noch alle Leitmedien, egal welchen intellektuellen Anspruchs, auch wenn sich die Fußballbegeisterung sicher reziprok zu dessen Anstieg verhält, gleichgeschaltet werden?
Die haben so oder so schon genug Aufmerksamkeit. Da rücken die wirklich wichtigen Ding in den Hintergrund. Keine Sau interessiert es noch, dass im Osten gerade die Post abgeht, da ein Krieg statt findet, in dem lustig Menschen sterben. Alle bemitleiden die brasilia-nischen Kinder, die weinen, weil deren Mannschaft gerade verloren hat. Aber mindestens doppelt so viele weinen, weil da, wo die Spiele verloren werden, mal ihr Zuhause stand oder ihre Eltern im Vorfeld brutal nieder gemacht wurden. Aber was weiß ich schon...


Solang die korrupt.... ähm... wohlorganisierte FIFA ihr Geld verdient, ist ja alles gut.
Selbst im eigenen Land passieren unfassbare Dinge: TTIP und Komplizen werden durch gewunken und keinen interessierts. Dass damit so ziemlich alles den Bach runter gehen wird, die Chlorhühner sind scheiß egal, es geht um Dinge wie z.B. juristische Gleichstellung von Unternehmen und Staaten, genveränderte Lebensmittel, von denen nicht einmal zweifelsfrei nachgewiesen ist, dass sie gesundheitsunschädlich sind. Am schlimmsten ist aber, wir bekommen nach Beschluss hier allgemein amerikanische Verhältnisse, ich mein, wer will denn sowas? Verhältnisse eines Landes, in dem schon Kinder mit Waffen rumhantieren dürfen, Ü-Eier aber bis vor kurzem als gefährdend eingestuft wurden, da kann man doch nur noch auswandern... Zum Mond zum Beispiel, lieber bei den Nazis oder den Transformern oder wem auch immer, als in so einer Gesellschaft.
Aber es ist so wie so schon zu spät, wenn ich es mir genauer überlege.
CDU an der Macht, keinen interessiert, was da in Berlin vor sich geht, Hauptsache, der vierte Stern wird nach Hause geholt, auf der einen Seite noch beschmiert mit den Überresten von brasilianischen Zwangsarbeitern.
Da ist man doch gleich stolz, Deutscher zu sein.

NICHT! 


PS: Wer Zynismus findet, darf gern dran verrecken.

PPS: Mal sachlich. Ich boykottiere genauso die olympischen Spiele 2016, dafür passiert ja der selbe abscheuliche und menschenverachtende Irrsinn. Ursprünglich wollte ich da hin fahren, aber unter solch einer Prämisse hat sich das erledigt.

8. Juli 2014

Voyager. Band 3. Meh.

Nach ein paar Monaten Wartezeit konnte ich Teil 3 des Voyager-Reboots in Händen halten, die Vorfreude war recht groß.
Vorrangig geht es um die erste Mission der Voyager mit Chakotay als Captain, recht simpel, ein paar Kolonisten sollen auf ihren Planeten zurückgebracht werden, bei der Ankunft zeigt sich allerdings ein anscheinend künstlicher Sturm direkt über der Kolonie und schafft Nachforschungsbedarf. Nebenbei setzt Chakotay sich mit einem crewinternen Konflikt auseinander und sieht seine Schwester Sekaya wieder, die als Beraterin in die Mission integriert ist, mit der er einiges zu bereden hat.
Einige Welten wollen in Anbetracht der Politik der Föderation aus dem Planetenbündnis austreten und es ist Admiral Janeways Aufgabe, zu vermitteln.
Nebenbei finden B‘elanna und Tom heraus, dass ihre Tochter Miral ggf. Inhalt einer alten klingonischen Prophezeiung sein könnte und versuchen, mehr darüber heraus zu finden (Die Auserwählte...).

Was mir gefallen hat:
- Die Debatte um den Austritt aus der UFP: Sehr interessante Argumentation, dass die  
  Föderation allein durch ihr Grundprinzip gegen sich selbst arbeitet: Durch den 
  Zusammenschluss zum Selbstschutz wird sie in den Augen anderer zur Gefahr und   
  damit zum potentiellen Gegner. Ebenfalls sehr gut bemerkt ist, dass vor allem die   
  Kernvölker, Menschen, Vulkanier und Andorianer, sowie zusätzlich Bajoraner im Fokus  
  der Politik stehen und viele kleine Rassen und Planeten kaum Berücksichtigung finden 
  und um Aufmerksamkeit kämpfen müssen.
- Die Story um Astall und Kaz, eine interessante Beleuchtung von Trill und ein 
  interessantes Rassekonzept der Huanni, enorm emotional und damit perfekt als 
  Counselor geeignet. Jarem hat Flashbacks eines früheren Wirtes des Kaz-Symbionten 
  und Astall hilft ihm, damit fertig zu werden. Sehr emotional, sehr tief, guter Nebenplot.

Was mir nicht gefallen hat:
- Es gibt kaum Neues:
  Der Konflikt innerhalb der neuen Mannschaft der Voyager hat enorme Ähnlichkeit zu dem 
  der Serie zwischen Sternenflotten- und Marquisangehörigen, mit dem Unterschied, dass 
  es jetzt weniger um die Ideologie, als um eine Meinung geht, wer denn jetzt am meisten   
  gelitten hat (mimimi, ich bin viel ärmer dran als du - nein, ich du - nein ich - mimimi, alles doof)
  Die Kolonie an der Grenze zur Cardassianischen Union. Mhh, schon ein paar mal gehört. 
Ja, das bietet    durchaus eine Menge Stoff, aber hier zeichnet sich eher eine 08/15-Story ab...
  Der Gegner am Ende sind alte Bekannte, die Cardassianer, im Ernst, musste das sein? 
  In DS9 gab es so viel dazu, da müssen wir das doch nicht noch mal in dieser Linie 
  aufwärmen? Mag sein, dass es da eine Menge zu beleuchten gibt, aber das hier scheint    
  wieder in Richtung „unerbittlicher Feind“ zu gehen.  (Man sollte die Reihe in "Schlechter 
  DS9-Abklatsch mit tollem Schiff, das mal echt zu was zu gebrauchen war, aber jetzt nur    
  noch alte Drehbücher aufwärmen darf) 

Worüber ich zwiegespalten bin:
Die Chakotay-Story: Ja, wir erfahren hier eine Menge über die Lebensweise seine Volkes und mit Sekaya kommt ein weiterer Charakter dazu, aber wenn man mal ehrlich ist, hat man das meiste dann doch schon in der Serie gesehen oder gehört.
Wer die Serie nicht gesehen hat, wird das sicherlich gut finden, aber wer sie gesehen hat, dem kommen die Passagen recht schleppend vor. Daher eher ein Nullsummenspiel in der Wertung.

Fazit:
Bleibt für mich als Serien-Gucker und zuletzt Destiny-Verwöhnter eher mau, das meiste kam einem bekannt vor und die guten Ansätze wurden in Nebenplots versteckt.
Ich finde, hier sollte man lieber den Mut haben, Neuland zu wagen, man könnte z.B. die Holorevolution weiter betrachten, die Meinung in der Bevölkerung, ob sich da Gruppie-rungen bilden, oder näher auf die Probleme der Austrittskandidaten eingehen, dabei könnte man genauso auf die inneren Spannungen, politischen, weltanschaulichen und philosophischen Aspekte eingehen, ohne Bekanntes nur neu aufzuwärmen, 2 von 5 Punkten.
Ggf. sollte man auch mal eine andere Autorin ranlassen, schließlich gibt es nicht nur Christie Golden auf diesem Planeten, auch wenn sie schon bewiesen hat, dass sie gute Arbeit leisten kann, muss das nicht heißen, dass sie es immer tut...

Und dann noch ein Wort zur Veröffentlichungspolitik: Zwei Teile, jeder 250 Seiten, während man die andern Reihen mit bis zu 500 Seiten pro Buch veröffentlicht? Ey, ich kann kein Geld scheißen, sucht euch ne andere Kuh zum melken CrossCult, das geht gar nicht.

19. Juni 2014

Rock am Ring

Einer der Gründe, warum das so lange gedauert hat: Rock am Ring.
Das letzte mal am Nürburgring, das hatte was historisches...
Nunja, ab nächstes Jahr dann in Mönchengladbach. Hat sicher auch was, das Militärgelände...
Aber zum wichtigen: Es war einfach nur super.
Allein für die Headliner Metallica, Iron Maiden und Linkin Park hat es sich gelohnt und der Rest war auch nicht von schlechten Eltern. 
Mittwoch: 
Ankunft, Zeltaufbau, erste Bierchen, das übliche also. Nachts leichter Sturm und Regen aber egal.
Donnerstag: 
Morgens in der Sauna... ähm im Zelt, dann ab zu den andern, Flunken, Bongen und in anderer Form Flüssigkeit zu sich nehmen. Erster Tag mit Konzerten, allerdings nur auf der Center Stage.
Falling in Reverse eröffnen, waren ganz nett, aber als Opener... Mhh, nicht so.
Pennywise gabs direkt auf die Fresse, das war schon besser.
Als drittes, The Offspring, war das gut, hat richtig Spaß gemacht, gute Mischung aus den Klassiker wie „Why you dont get a job?“ und dem neueren Kram.
Und dann das Highlight des Tages, Iron Maiden. Die Alten Leute haben es echt immer noch drauf (wie sollte es anders sein, Frontmann ist Fechter, sind halt bessere Menschen...), selten so eine intensive Show gesehen, Bruce ging die ganze Zeit richtig mit, kombiniert mit dem riesigen Eddy im Hintergrund, da hat einfach alles gepasst.
Dann eine Stunde warten auf den Special Guest, zu dem es viele Gerüchte gab, lustiger Weise war, bei den Leuten, mit denen wir gesprochen haben, David Hasselhof ganz oben mit dabei. Das wäre zwar vom Niveau echt scheiße gewesen, vom Trash und Spaßfaktor sicherlich aber ganz oben. Manche wagten auch, AC/DC zu nennen oder die Toten Hosen.
Und was kam dann? Der weiße Vorhang wurde von hinten angeleuchtet, man sah mehrere Mikrophone und Schemen von Mensch mit Gitarre und durch die Lautsprecher schallte der Beginn von Thunderstuck. Ne. Nein. Das geht nicht. Nein... Blickwechsel... Ja, es ist Thunderstuck. Aber... Das kann nicht... Wie geil wäre das... Der Vorhang viel... Und Ernüchterung: Cro... der einzige zum Glück nicht geschützte Panda... Und dafür hat man gewartet... Ey, sorry... das ging gar nicht. Dachten sich auch viele Leute und hauten ab.
Dummer Penner, ey, als son Möchtegern AC/DC zu misshandeln... Ab in den Wald mit dir...

Naja. Egal. 

Freitag: 
Richtig warm. Tag wurde mit diversen Runden Looping Louie gestartet. Wahrscheinlich ein Fehler: Noch vor betreten des Geländes hatten wir Verluste zu verzeichnen. Einer war einfach weg. Hatte ich halt keinen für das ganze härtere Gedöns auf der Clubstage und mein, aber egal, erweiterte ich also meinen musikalischen Horizont.
Jake Bugg konnte was, war ganz entspannt.
Rea Garvey hat mich wirklich überrascht, selbst I can‘t stand the silence klang live ohne den ganzen elektronischen Dudelbeat gut, Daumen nach hoch dafür.
Kasabian kannte ich wohl, hatte ich aber unter Radio gespeichert, waren dann aber wirklich gut, man konnte sogar pogen.
Mando Diao dagegen waren echt enttäuschend, und der Fuzzi, der neben dem mit Haaren im Gesicht immer vorne steht, ist einem echt auf die Eier gegangen, der muss wohl mal in Therapie, seinen Gottkomplex behandeln lassen... Wer Hermes-Schuhe trägt und seine Roadies wie Dreck behandelt... Nimm deine Pillen oder bleib von der Bühne weg.
Kings of Leon dagegen haben wirklich Spaß gehabt, hatte ich nie wirklich beachtet, immer mal reingehört, aber nie bewusst. Schwerer Fehler meinerseits, die Show war echt klasse, das Publikum war voll dabei und die Musik hat mich jetzt auch überzeugt.
Eigentlich wollte ich mir noch NIN angucken, aber alleine, ne... Stattdessen ging es noch zu einer kleinen Gesprächsrunde mit Bierchen.

Samstag:
Beginn mit Josh Record, ganz coole Band, aber die sollten weniger singen, dann wäre das entspannter Postrock.
Dann auf zur Centerstage, um möglichst weit vorne zu sein, aber schon zu spät, Bereich 1 dicht. Egal. Pretty Reckless konnten das nur zu gut wett machen.
Kaiser Chiefs haben dann auch ordentlich Spaß gemacht, die Band war voll dabei.
Alligatoah... Also... Fand ich eher primitiv und peinlich... Inzwischen muss ich allerdings sagen, dass das gar nicht mal so schlecht ist. So kann man sich irren...
Fall out Boy haben dann noch mal eingeheizt und danach feierten Fanta4 ihr Bühnenjubiläum, beides nicht schlecht.
Aber nix im Vergleich zu Linkin Park. Das war sososo gut. Perfekter Mix aus alten und neuen Sachen, die ganze Zeit durch gepogt, man hat gemerkt, wie die richtig Bock hatten die Show zu spielen, besser ging nicht.

Hier eine kleine Abschweifung:
Das neue Album von LP, The Hunting Party, ist richtig richtig gut. Wieder ordentlich auf die Fresse, so wie früher, gemischt mit der Quintessenz der neuen Alben, die Texte wieder exzellent, ein fast perfektes Werk, dringend kaufen.

Sonntag:
Ich fasse zusammen: Trivium, InEx, AlterBridge und Avenged Sevenfold waren gut.
Aber nichts zu Metallica. Wir waren ganz vorne. Und es war der Hammer. 2 1/2 Stunden. Genial. Absolutes Highlight.
So, danach hieß es auch schon Abschied nehmen vom Ring, am Montag ging es zurück.
Ich muss sagen, es war eine Bombenstimmung auf den Zeltplätzen, den ganzen Tag Party, überall lief Musik, die Leute waren megaentspannt, so muss das.
Ich hoffe, dass nächstes Jahr ein noch besseres LineUp präsentiert wird, um dieses neue Festival grüne Hölle so richtig auszustechen, denn ich würde ungern wegen besserer Bands diesen Irrsinn unterstützen, der sich da am Ring zuträgt.

Ja, der Lieberberg will auch nur Geld verdienen und ist ein stickstoffkalter Hund im Geschäft, aber der ist halt der Boss auf dem Feld, das muss man ihm einfach lassen, ohne den gäbe es RaR nicht...

Nach einer Ewigkeit...

So, nach diversen Dingen die dazwischen gekommen sind, endlichst das X-Men Review:

Achtung: Dieser Beitrag wird Spoiler enthalten.
Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen sie nicht diesen Blog und fragen sie ihren Medizin-mann oder Exorzisten.

Und was soll ich sagen, der Film ist einfach grandios. Aber wirklich wirklich.
Der Film hat alles was man braucht (hier bitte Vorstellen, dass der Honest Trailer Typ die Liste vorliest): Mutanten, Sentinels, Tyrion Lennister, Drogen, Zeitreisen, Captain Picard, eine gute Story, viel Action, Jennifer Lawrence, guten Humor, Gentechnik und natürlich: Gandalf.

Ich weiß immer noch nicht, wie ich meine Gedanken vernünftig in einen für menschen verständlichen Beitrag quetschen soll, also jetzt hier so frei raus:

Die Welt ist am Abgrund: Sentinels (Kampfroboter) haben alle Mutanten ausgelöscht.
Alle Mutanten? Nein, eine von unbeugsamen X-Men gebildete Gruppe hört nicht auf, den Eindringlingen Widerstand zu leisten.  Ähm... Moment...
Ja, also wie gesagt, Mutanten am Rande der Vernichtung, nur eine Zeitreise kann dieses Schicksal verhindern: Logan muss Mystique in den 70ern davon abhalten, den Hersteller der Sentinels, Bolivar Trask (grandios gespielt von Peter Dinklage, mehr 70er geht glaub ich nicht), zu töten, wodurch die Menschen erst von der Gefahr durch Mutanten überzeugt wurden. 
Also wird sein Bewusstsein in sein früheres Ich geschickt und muss erstmal die frisch geschiedenen Mutantenanführer Charles und Erik zusammenführen und von seiner Mission überzeugen. Nicht ganz einfach, ist Xaver doch zu einem Junkie mutiert, der nur noch an der Spritze hängt um wieder gehen zu können und Erik Gefangener unter dem Pentagon.
Soweit zum groben Inhalt, nun zum wichtigen... Dem Urteil...
Bryan Singer gelingt es, die beiden Zeitlinien adäquat zu verknüpfen: Einmal die düstere Zukunft, zu der immer wieder Zwischenblenden geschaltete werden und die 70er Jahre, in denen die meiste Handlung stattfindet. Hier werden die Mutanten wie im Vorgängerfilm in reale Ereignisse eingebunden, z.B. wird Erik die Ermordung John F. Kennedys angelastet, da die Kugel eine Kurve flog etc. Die Wechsel passen immer perfekt in die Situation und verleihen Wolverines Auftrag Nachdruck.
Der Auftrag. Ja, die Handlung steigert sich zum Ende hin immer weiter, am Anfang blickt man vor allem noch auf die zehn Jahre älteren Charaktere aus „Erste Entscheidung“, zum Ende hin entwickeln sie sich immer weiter und der Action-Anteil nimmt stetig zu, ohne überhand zu nehmen (nagut, vielleicht ist am Ende mit dem Baseballstadion, das Independence Day gleich auf das weiße Haus zu schwebt etwas dick aufgetragen, aber hey, Magneto ist der Boss...). 
An dieser Stelle sollte eine der genialsten Szenen dieses Films hervorgehoben werden: Die Flucht aus dem Pentagon: Quicksilver rettet da schelmisch und mit Seelenruhe Erik und Charles vor den Wachleuten, in dem er in einer Super-Slowmo durch die Gegend rennt, Kugeln aus ihrer Flugbahn schnipst, Wachen verbiegt und Gegenstände neu positioniert, da ist das 3D einfach nur angebracht.
Der Endkampf in der Zukunft ist da auch nicht von schlechten Eltern, Splitter fliegen einem Entgegen, die appledesignten Sentinels fegen einen Mutanten nach dem anderen aus dem Weg, während ihre Mitroboter auf die ein oder andre Weise geschrottet werden.

So, ziemlich unvollständiges Gekröse, das dem ganzen Film überhaupt nicht gerecht wird, darum ein kurzes Urteil: 9 von 10 Punkten, weil man sich ja noch steigern muss, die EndCreditScene lässt ganz klar das Potential des dritten Teils durch scheinen.


29. Mai 2014

Hipsterbrillenzeit im Kino

Achtung. Dieser Beitrag könnte Spoiler enthalten.
Zu Risiken und Nebenwirkungen von Inhaltsspoilern in Film und Fernsehen lesen sie nicht diesen oder andere Blogs und fragen sie ihren Bewährungshelfer oder Therapeuten.

So, ich war mal wieder zur Abwechslung im Kino und hab mir zwei der aktuell groß promoteten Blockbuster angeguckt.
Godzilla und X-Men: Zukunft ist Vergangenheit.
Ich fang mal mit dem Monster an: Mir geht es gut.

Godzilla.
Handlung muss ich denke ich nicht drauf eingehen, der Trailer fliegt einem ja überall um die Ohren.
Also ich muss sagen, Gareth Edwards macht seinen Job da echt gut: Im ersten Drittel und in kurzen Augenblicken vom Rest bringt er es zu Stande, „Monsters“ (der war ja sooo genial, das kann man gar nicht oft genug betonen; wer den nicht gesehen hat, guckt ihn jetzt und wem er nicht gefallen hat, der hat ihn nicht verstanden. Pah. Menschen…), in ein komplett anderes Universum und andres Setting zu transferieren, ganz große Klasse: Eine unterkühlte, distanzierte Atmosphäre, durchsetzt mit hochemotionalen Momenten der Nähe zu den Charakteren. Gepaart mit der Bedrohung durch etwas unmenschliches, etwas gewaltiges. Das man lustiger Weise kaum zu sehen bekommt und das ganze noch „geheimnisvoller macht. Ja, sogar der Versuch, einer logischen, wissenschaftlichen Erklärung kommt zum tragen.
Gerade Bryan Cranston spielt in diesen Situationen ganz grandios, authentisch bis zum letzten Fältchen spielt er den Vater von Walter junior… ähm… dings… der aus Kickass… 
Und dann ist da der Teil des Films, den anscheinend das Studio ohne Edwards gemacht hat, um Geld zu verdienen… Brachiale Action, flache Story, kaum noch Charakterentwicklung und Klischees. Und, zu meiner totalen Belustigung, dumme Amerikaner. In einem amerikanischen Film. Entweder gewollte Selbstironie oder einfach nur… dumme Amerikaner^^ (nein, ich hege keinen unterschwelligen Antiamerikanismus, das mach ich offen. Wobei ich gegen einzelne nicht mal etwas habe. Und gegen einzelne Dinge von da drüben. Aber die Gesamtheit… Neee).
Wir dürfen beobachten wie das US-Militär… ich wiederhole es noch einmal… das US-Militär…. nichts tut außer hinter ein Monster her zu fahren, sinnlose Warnungen raus zu geben, an die sie sich selber nicht halten:
Flugverbotszone, weil der MUTO (das Viech gegen das Godzilla kämpft) EMP (er verteilt kostenlose Bandshirts und CDs…) kann und dementsprechend Flugzeuge leicht am Arsch wären. 
Better send our High-Tech-Jets directly into that zone. Genius. 
Nun… Da sag ich nicht mehr viel zu…
Achja, dann ist da noch der geniale Plan, die Viecher mit einer Atombombe aufs Meer zu locken, weil sie von der Strahlung angezogen werden und zu grillen. Weil das in den sechziger Jahren auch so gut geklappt hat… und die noch leben… und sich eigentlich von Radioaktivität ernähren… Damn logic.
Aber lasst uns diese Atombomben mit dem selben Zug umabgeschirmt, offen liegend zur Küste fahren… Über eine der so ziemlich instabilsten Brücken ever… In der Nähe des MUTO… 
Such Wow. Much clever. Many brain. So Wow.
Mal ganz davon abgesehen, dass die beiden Masseteile, die zur Explosion zusammengeführt werden, noch gar nicht radioaktiv sind und damit keine Strahlung aussenden, aber, was rede ich da… Physik… braucht keiner, solang man Explosionen und Kampfszenen hat…
Kampfszenen… Ja, wieder in große Pluspunkt des Films: Der Endkampf zwischen MUTO und Godzilla. Ein Traum in CGI. Hier lohnt sich 3D sogar richtig. Massive Zerstörung der Stadt, grandiose Echsenmimik, Aggressivität, Völkermord an ungeborenen Wesen in ihren Kokons (wie sollte es anders sein, durch Menschen)…

Zusammengefasst: Dank des Anfangs, Bryan Cranston und dem Mid-Ende (das Late-Ende ist ’murrica rettet ’murrica und ’murrica-Held mit Familie glücklich vereint, alles ist ’murrica) rettet sich der Film aus dem Durchschnitt. Knapp. 5,5 von 10. Sollte das mit den Amerikanern Satire sein: 6,5 von 10. im Mittel also 6 von 10. Ja. Kommt hin.


X-Men: Zukunft ist Vergangenheit kommt dann die Tage. Demnächst. Vielleicht. Wenn ich Zeit hab. Eventuell auch noch vor Rock am Ring…

22. Mai 2014

Bananenrepublik Europa. Hä?

Och nö. schon wieder ne Wahl. Mal gucken ob ich hin gehe…
Ähm… Wat is mit dir? 
Mach dein verkacktes Internetz an und informier dich gefälligst und dann geh wählen, sei froh, dass du das hier noch darfst du Kretin..
Oh, da lesen ja welche mit…
Egal, soll doch ruhig jeder Lesen, was ich von Nichtwählern halte…
Aber noch mal für alle Medientaubblinde und Hinterwäldler:
Am Sonntag ist Europawahl.  Und noch mal für alle, deren Hirn noch dampfbetrieben ist: 
Europa… Kontinent… Parlament… Deutschland… Wahl… Politiker… DU!

Große Neuerung: Die 3% Hürde ist weg. Das heißt, wirklich jede Stimme zählt, also keine Stimme geht verloren. Jetzt hat man ja gehört, dass das voll scheiße ist, weil da jetzt die viertschlimmste Urangst der Deutschen, direkt nach Inflation, keinem Führer und leerer Bierflaschen, den sog. „Weimarer Verhältnissen“ aus dem Geschichtsbuch hervorkriecht und mahnend den Zeigefinger hebt… Nur um danach die ganze Hand im 45°-Winkel zu erheben…

Geschichtsstunden-Funfact: Weimarer Verhältnisse, die: Urangst der Deutschen vor einem Parlament, das alle Meinungen des Volkes vertritt und somit das Regieren eines Monarchen/Führers/Volksgenossen/Generalsekretär/Bundeskanzler erschwert. Kann durch die sog. 5%-Hürde innerhalb Deutschlands im Zaum gehalten werden.


Aber warum Angst? Mal ganz ehrlich: Ein nicht funktionierendes Europaparlament ist doch das beste was uns passieren KANN! Wenn die keine Entscheidungen treffen, können sie uns auch nicht weiter auf die Nüsse gehen und in den EU-Staaten Scheiße bauen, die in der Gesamtbetrachtung zwar ansatzweise fast schon vielleicht ein kleines bisschen Sinn nicht ergibt, aber für den einzelnen Staat totaler Bullshit und gegen die Meinung des Volkes. 
Also los. Wählt soviel kleine Splitterparteien wie ihr könnt, damit die Deutsche Normgurke gekrümmt sein kann wie sie will, solang Geschmack, Haltbarkeit und Konsistenz der DIN entspricht. EN-Norm, ja ne ist klar…

Übrigens: 
Die beste kleine Splitterpartei ist übrigens „Die PARTEI“. Programm einzulesen an dieser Stelle.
Wählt sie. Denn sie ist sehr gut.
Einer der wichtigsten Punkte, der mir persönlich sehr am Herzen liegt: 
„[…]6 Merkel muß endlich weg!
Die PARTEI fordert, daß Angela Merkel sich – genau wie seinerzeit ihr Kollege Mubarak in Ägypten – in einem Schauprozeß zu verantworten hat, für alles. Natürlich im Olympiastadion, aus einem Käfig heraus. […]“ (Programm der Partei "Die PARTEI" zur Europawahl, Link siehe ein paar Zeilen drüber).

Ich denke das reicht schon oder?
Wer würde jetzt nicht die Partei wählen?
Du? Na dann pass auf, wir wollen auch eine Mauer bauen. Egal wo. Präferenz liegt um die Schweiz.

Habe ich jetzt eure Aufmerksamkeit?

Sehr gut. Geht wählen.